Stundengrenze und Zuverdienstgtrenze

Stundengrenze und Zuverdienstgrenzen bei Nebenerwerb

Stundengrenzen

Für jemanden, der nebenberuflich tätig sein möchte, gilt es verschiedene Grenzen einzuhalten.

Diese Grenzen beziehen sich auf die Stundenzahl.

Für Empfänger von Arbeitslosengeld I

Jemand, der Anspruch auf ALG I hat, darf nur bis maximal 14,9 Stunden arbeiten.

Nur dann gilt er nicht als hauptberuflich erwerbstätig und bekommt sein Arbeitslosengeld weiter.
Andernfalls verfällt der Anspruch auf diese Unterstützung.

Beachtet werden muss dabei unbedingt, dass auch die Zeiten, die für die Vor- und Nachbereitung der Tätigkeit benötigt werden, eingerechnet werden müssen.

So kann schnell eine höhere Anzahl an Stunden zusammenkommen.

Wer mehr als 15 Stunden arbeitet (genauer gesagt, ab 15 Stunden), verliert seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Hier wird auch keine anteilige Zahlung vorgenommen.

Für die Krankenversicherung

Die Krankenversicherung erkennt eine nebenberufliche Tätigkeit als solche an, wenn nur bis zu 20 Stunden pro Woche gearbeitet wird.

Auch dann, wenn der größere Teil des Einkommens nicht aus der selbständigen Tätigkeit stammt, wird die Arbeit als nebenberuflich angesehen.

Wer jedoch über die genannte Grenze von 20 Stunden kommt oder wer einen Mitarbeiter beschäftigt, der nicht als geringfügig beschäftigt gilt, muss mit einer saftigen Erhöhung der Beiträge rechnen.

Denn dann gilt der Betreffende als hauptberuflich selbstständig und muss die entsprechenden Beiträge zahlen.

Für das Elterngeld

Wer Elterngeld bezieht, darf bis maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Die Höhe des Verdienstes spielt nur insofern eine Rolle, als dass sie den Anspruch auf das Elterngeld schmälert.

Gänzlich einbehalten wird es erst, wenn die 30 Stunden pro Woche überschritten werden und wenn der Betreffende mehr als 2700 Euro im Monat verdient.

Dann liegt das Hauptaugenmerk nicht mehr auf der Erziehung des Kindes, sondern auf dem Geldverdienen und das unterstützt der Staat dann nicht.

 

Für Antragsteller auf den Gründungszuschuss

Wer den Gründungszuschuss beantragen will, muss mindestens einen Tag lang arbeitslos gewesen sein.

Nur dann entsteht der Anspruch auf den Gründungszuschuss überhaupt.

Zudem muss der Restanspruch auf 150 Tage Arbeitslosengeld I noch vorhanden sein. Sind hier weniger Tage anzurechnen, besteht ebenfalls kein Anspruch auf den Gründungszuschuss.

Wichtig ist es, diese Grenzen zu kennen und sich an sie zu halten, denn ein Überschreiten kann enorme finanzielle Einbußen zur Folge haben – Beispiel Gründungszuschuss oder Krankenkassenbeitrag.

Der nebenberuflich Selbständige sollte sich hier eingehend informieren.

 

Zuverdienstgrenze als nebenberuflich Selbstständiger

 

Nicht nur zeitliche Grenzen gilt es für einen nebenberuflich Selbstständigen zu beachten, sondern es geht auch um die Einkommensgrenzen.

Hierbei muss unterschieden werden, ob es sich um das Einkommen handelt, um den Umsatz oder um den Gewinn.

Wer selbstständig tätig ist, kann alle seine Einnahmen, die aus dieser Tätigkeit rühren, als Umsatz bezeichnen.

Werden von diesem Umsatz die betrieblichen Ausgaben abgezogen, so erhält man den Gewinn.

Das Einkommen nun setzt sich aus diesem Gewinn zusammen und aus allen anderen Einkünften, die noch bestehen können.

Diese können beispielsweise aus Geldanlagen kommen, aus Verpachtungen oder Vermietungen oder aus Einnahmen durch eine landwirtschaftliche Tätigkeit.

Hier werden alle die Punkte berücksichtigt, die auch bei der Steuererklärung abgefragt werden.

Wer den Gründungszuschuss bezieht, muss mit 25 Euro pro Monat für die Pflegeversicherung rechnen, dies ist der ermäßigte Mindestbeitrag. Ohne Kinder sind es 28 Euro.

Wer mehr als 1278 Euro im Monat verdient, muss eine Pauschale von 1,95 Prozent (bzw. 2,2 Prozent ohne Kinder) vom Einkommen für die Pflegeversicherung einrechnen.

Der Mindestbeitrag für die Krankenversicherung beträgt während des Bezugs des Gründungszuschusses 198 Euro im Monat, bei Überschreiten der genannten Einkommensgrenze sind es 15,5 Prozent vom Einkommen.

300 Euro gibt es pauschal für jeden, der den Gründungszuschuss bewilligt bekommen hat.
Damit soll zumindest ein Teil der Sozialversicherung gedeckt werden.

Doch auch ohne Beachtung des Gründungszuschusses gibt es einige Zuverdienstgrenzen, die eingehalten werden sollten.

So ist es ratsam, in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einzuzahlen, denn wer hier keine Beiträge leistet, kann logischerweise auch keine Leistungen erwarten.
Als Mindestbeitrag fallen 38 Euro in den westlichen, 34 Euro in den östlichen Bundesländern an.

Dies gilt in den ersten zwölf Monaten der selbstständigen Tätigkeit. Danach sind es 77 Euro für die freiwillige Versicherung.

Einen Mindestbeitrag gibt es auch für die gesetzliche Rentenversicherung, in die 80 Euro eingezahlt werden müssen.
Wer als Pflichtmitglied versichert ist, muss hingegen 19,9 Prozent zahlen, wenn sein Einkommen 400 Euro im Monat übersteigt.

Wichtig ist zudem die Grenze, die bei der Steuer für das häusliche Arbeitszimmer angegeben werden darf.
Das sind 1250 Euro im Jahr, umgerechnet also 104 Euro im Monat, die von der Steuer abgesetzt werden können.

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