Selbstständiger in der Krise

Der Selbstständige in der Krise

Dies ist der Inhalt dieser Seite:
1. Allgemeine Überlegungen zur Krise als Unternehmer
2. Die Probleme mit den Verträgen und den Finanzen
3. Bringen Sie Ordnung ins Chaos!
4. Gehen Sie richtig mit Ihren Gläubigern um

Allgemeine Überlegungen zur Krise als Unternehmer

Ein Unternehmen wird meist mit dem Gedanken angegangen, dass es sicherlich erfolgreich sein wird.

Der Traum von Erfolg ist auch wichtig, denn ohne diese Motivation wäre das Vorhaben eines Gewerbetreibenden von Vornherein zum Scheitern verurteilt.

Doch nur mit Träumen geht es nicht weiter und früher oder später schlägt die harte Realität zu.

Nicht immer sind es äußere Einflüsse, die ein Unternehmen zum Scheitern bringen, häufig genug liegen die Gründe im eigenen Unternehmen.

Auch wenn die Geschäftsidee vielleicht erfolgreich sein könnte, wird sie eventuell falsch angegangen.

Die Organisation des gesamten Unternehmens ist nicht gut, die Mitarbeiter wenig motiviert und die Finanzen völlig ungeordnet.

  • Vielleicht sind Sie auch nur zu gutgläubig und verlassen sich auf mündliche Vereinbarungen, die aber spätestens bei den ersten Problemen null und nichtig sind.
  • Vielleicht waren Ihre Ziele auch zu hoch gesteckt und Sie haben zu Beginn zu viel investiert.
  • Vielleicht wussten Sie über mögliche Unterstützungen und Förderungen nicht ausreichend Bescheid oder haben sich auf das Wort der Banken verlassen?

Viele Gründe können für das Scheitern einer Unternehmung in Frage kommen.

Wichtig ist dann aber nur noch, wie Sie aus dieser Sache wieder herauskommen und ob Sie im schlimmsten Fall vielleicht sogar sagen müssen, dass Sie den Betrieb aufgeben.

Ist das der Fall, stellt sich allerdings die Frage, ob Sie freiwillig schließen oder ob eine Insolvenz angemeldet werden muss. Und wie geht es nach dem Zusammenbruch finanziell weiter?

Als Unternehmer haben Sie von der Agentur für Arbeit nicht viel zu erwarten, denn Sie haben nicht in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt – sofern Sie das nicht freiwillig getan haben – und bekommen daher auch keine Unterstützung.

Vom Unternehmer zum Sozialhilfefall – ein tiefer Sturz.

Versuchen Sie also alles, um die Krise zu beheben. Verhandeln Sie mit Gläubigern, seien Sie ehrlich – auch zu Ihren Mitarbeitern – und versuchen Sie, auf verschiedenen Wegen an Geld zu kommen.

Denn so traurig es ist, aber letzten Endes hängt alles am schnöden Mammon.

Die Probleme mit den Verträgen und den Finanzen

Wenn Sie als Selbstständiger ein Unternehmen gründen, so wird natürlich vieles vertraglich geregelt.

Doch wie sieht es später aus?

Nicht gerade wenige Gewerbetreibende verlassen sich auf mündliche Absprachen und sind später enttäuscht, wenn ihr Geschäftspartner einen anderen Weg geht, wenn die Bank die mündlichen Zusagen nicht einhält oder andere Dinge dem weiteren Vorankommen im Weg stehen.

Wählen Sie Ihren Geschäftspartner sorgfältig aus.

Wer sich im Freundeskreis nach einem solchen umschaut, muss dabei immer den wirtschaftlichen Aspekt im Auge behalten.

Wenn Sie einem Freund einen Gefallen tun möchten, findet sich sicher ein Weg.
Wenn er eine Leistung anbietet, die Sie im Grunde genommen nicht benötigen und nur ihm zum Gefallen annehmen, so tun Sie sich damit keinen Gefallen.

Versuchen Sie, Privates und Geschäftliches stets zu trennen.
Wenn Freunde zu Geschäftspartnern werden – wahlweise auch die Eltern oder andere Verwandte – so schließen Sie dennoch einen schriftlichen Vertrag mit ihnen.

Denn das Leben spielt meistens anders, als man denkt und wer dann nichts schriftlich vorweisen kann, ist meist im Nachteil.

Niemand wird es Ihnen übel nehmen, wenn Sie sich vertraglich absichern wollen.

Ein Bankberater ist auch schnell mit Zusagen zur Stelle, wenn es zum Beispiel um Bürgschaften oder Sicherheiten für Kreditverträge geht.

Kommt es dann aber zum tatsächlichen Vertrag, sieht die Sache leider häufig anders aus.

Teilweise erweckt es den Anschein, als wenn der Kunde als solcher der Bank erst einmal gesichert werden soll. Halten Sie Vereinbarungen daher schriftlich fest und lassen Sie es sich nicht unterbuttern.

Sicher, die Bank sitzt am längeren Hebel, doch schließlich gibt es noch mehr Banken und nur weil eine Bank Ihnen schlechte Konditionen bietet, muss das bei einer anderen noch lange nicht der Fall sein.

Achten Sie auf mögliche Fristen, die im Vertag vereinbart werden.

Denn wenn Sie sich zum Beispiel Geld von Freunden oder Verwandten geliehen haben, kann es mit dem guten Verhältnis rasch aus sein, wenn Sie die vereinbarten Raten nicht zahlen.

Befindet sich Ihr Unternehmen in der Krise, so können Sie sicherlich ehrlich mit den Geldleihern reden und einen Aufschub bekommen.

Doch einfach nicht zahlen ist auf keinen Fall der richtige Weg. Sicher haben Sie ausreichend Gläubiger, da müssen die Freunde und Verwandten nicht auch noch dazukommen.

Bringen Sie Ordnung ins Chaos!

Der Weg zur Krise wird nicht zuletzt aus dem Grund leichter, weil Chaos in Ihren Unterlagen herrscht.

Wenn Sie nichts mehr finden, Rechnungen und Mahnungen abhandenkommen und Sie dadurch Zahlungstermine verpassen, gehen die Probleme auf Ihre Rechnung.

Sicherlich denken viele Selbstständige erst einmal daran, Betriebskosten zu sparen.
Mit dem Sparen geht einher, dass Sie auch an Personal sparen.

Nun lassen sich gerade anfangs viele Dinge selbst erledigen, aber irgendwann brechen die administrativen Aufgaben über Ihnen zusammen.

Eine geordnete Ablage hilft schon, Unterlagen zu finden, Termine einzuhalten und so den Überblick über Kosten zu bewahren.
Eine Sekretärin nimmt Ihnen Aufgaben ab, so dass Sie sich auf die wichtigen Sachen konzentrieren können – die Erledigung der Aufträge nämlich.

Dabei ist es nicht nur die Sekretärin, die Ordnung ins Chaos schaffen kann, sondern auch der Steuerberater ist eine Hilfe.

Die Unterlagen, die er benötigt, sollten so aufbereitet sein, dass jederzeit eine Prüfung derselben möglich ist und sich jeder einen Überblick über die Unternehmenslage verschaffen kann.

Der Steuerberater sollte für eine Beurteilung der aktuellen Lage des Unternehmens über den genauen Stand desselben informiert sein. Das heißt, er muss auch einen Einblick in unbezahlte Rechnungen und andere Außenstände bekommen.

Durch das ganze Aufräumen des administrativen Chaos bekommen Sie einen Einblick, wie arm Sie tatsächlich sind. Denn teilweise scheint es schlimmer zu sein, als es ist – manchmal ist die Lage aber auch genau umgekehrt und Sie sind bei Weitem zu blauäugig an die Sache herangegangen.

Das Sammeln von Belegen für die Buchführung sollten daher nicht im Schuhkarton erfolgen, sondern aufbereitet werden im Ordner.

Erstellen Sie eine Analyse zu Ihrer wirtschaftlichen Lage, so dass Sie erkennen können, wie viel Geld fehlt und wann welche Zahlungen auf Sie zukommen.

Seien Sie perfekt organisiert, nur so ist es möglich, an der aktuellen Situation etwas zu ändern und einen Weg aus der Krise zu finden.

Gehen Sie richtig mit Ihren Gläubigern um

Sicher, die Gläubiger können überaus lästig und ein Zusammentreffen mit ihnen in der Öffentlichkeit peinlich werden.

Doch versetzen Sie sich einmal in deren Lage:

Sie haben Ihnen eine Leistung erbracht oder eine Ware geliefert und bekommen nun ihr Geld nicht.
Sie fühlen sich im Recht und sind es schließlich auch. Wenn Sie an Stelle der Gläubiger wären, würden Sie sicher ähnlich reagieren und auch kein Verständnis zeigen.

Wenn der Gläubiger nichts von der Krise Ihres Unternehmens weiß, kann er nicht nachsichtig sein und geht vielleicht davon aus, dass Sie einfach nicht zahlen wollen.

Hier kommt wieder der Punkt der Ehrlichkeit ins Spiel.
Lügen können sicherlich eine gewisse Zeit lang helfen und Notsituationen überbrücken.

Denn wenn es sich um eine handfeste Krise handelt, ist mit einer Lüge nicht mehr viel zu machen und früher oder später bekommt Ihr Geschäftspartner den Grund für die Zahlungsunfähigkeit doch heraus.

Sprechen Sie lieber mit ihm und versuchen zum Beispiel, eine Zahlungsaufschub zu erwirken.

Ehe ein Gläubiger gar kein Geld bekommt, lässt er sich sicherlich eher auf die Vereinbarung der Ratenzahlung ein oder er gewährt ein verlängertes Zahlungsziel.

Während dieser Zeit haben sie die Gelegenheit, sich um Geldeingänge zu kümmern, eventuell mit der Bank über eine Erhöhung des Kontokorrentkredites zu verhandeln oder Schuldner anzumahnen.

Wenn die Anrufe der Gläubiger schier kein Ende nehmen wollen, kann es eine einfache Lösung geben:
Besorgen Sie sich ein zweites Handy oder Geschäftstelefon.

Sicher, diese Lösung ist nichts auf Dauer und sie kann auch nicht die Endlösung sein, aber für kurze Zeit lässt sich damit etwas Ruhe erwirken. Sinnvoll ist ein zweites Telefon auch in dem Fall, wenn Sie selbst Schuldnern hinterher jagen müssen.

Häufig besteht nämlich das Problem, dass die Schuldner schon gar nicht mehr an das Telefon gehen, weil sie Ihre Nummer sehen.
Wenn Sie nun von einem anderen Apparat aus anrufen, bekommen Sie mit etwas Glück jemanden an die Strippe und können die mündliche Mahnung noch einmal aussprechen.

Teilweise veranlassen die Schuldner dann eine Zahlung – oder zumindest eine Teilzahlung – einfach aus dem Schreck heraus, dass sie doch mit Ihnen sprechen mussten.

Das Geld, das Sie so bekommen, können Sie wiederum an Ihre Gläubiger weiterreichen und zumindest den guten Willen zum Bezahlen der Schulden zeigen.

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