Krankenversicherung

Private Krankenversicherung für Selbstständige

Als Selbstständiger müssen Sie sich auch selbst um Ihre Krankenversicherung sorgen. Dies unterscheidet sich deutlich von den Möglichkeiten, die einem Angestellten zur Verfügung stehen, bei dem sich auch der Arbeitgeber an den Kosten für die Kranken- und Pflegeversicherung beteiligt.

Die Beiträge zur Krankenversicherung muss ein Selbstständiger komplett allein begleichen, was gerade am Beginn der selbstständigen Tätigkeit häufig schwer fällt.

Wenn die Einnahmen noch schlechter fließen, als gewünscht, müssen Ausgaben gut bedacht werden.

Nicht zuletzt aus diesem Grund sollte der Vergleichsrechner genutzt werden. Dieser Rechner bietet die Möglichkeit, sich einen ersten Überblick über mögliche Kosten für die private Krankenversicherung zu verschaffen.

Es sollte jedem bewusst sein, dass es in Deutschland eine Pflicht zur Krankenversicherung gibt.

Das heißt, dass Sie gar nicht umhin kommen, eine Versicherung abzuschließen und daher ist es ratsam, sich auf jeden Fall ein Angebot erstellen zu lassen.

 

Wie funktioniert der Vergleichsrechner für die private Krankenversicherung?

Die Sache ist ganz einfach und Sie werden als Benutzer durch das Programm geführt.

Sie müssen zuerst lediglich die Hauptdaten eingeben, die das Geschlecht, das Geburtsjahr sowie die Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe betreffen.

Nun folgt nach dem Absenden der Daten die zweite Seite, auf der der erste Überblick über die möglichen Kosten gegeben wird.
Sie können hier den Kranekenschutz wählen, wobei Grund-, Komfort- und Premiumschutz zur Auswahl stehen.

Das bedeutet, dass der Umfang der Leistungen gewählt werden kann.

Natürlich schlägt sich dieser auch in den monatlich zu zahlenden Beiträgen nieder.

Welche Leistungen genau in den einzelnen Schutzarten enthalten sind, kann mit einem Klick auf die Details erfragt werden.

Hier befindet sich eine Liste und es wird damit ein Überblick gegeben, welche Leistung in welchem Tarif zu finden ist und welche vielleicht gänzlich ausgeschlossen werden muss.

Auf dieser zweiten Seite werden die Adressdaten des Benutzers erfragt, so dass das Angebot dann auch mit der Post zugestellt werden kann.

 

Beratung zur privaten Krankenversicherung ist kostnfrei

Die Beratung hier ist kostenfrei und auch für die Erstellung des Angebotes fallen keinerlei Kosten an.

Erst, wenn tatsächlich mit der gewünschten Krankenversicherung ein Vertrag zustande kommt, werden Bearbeitungs- und Abschlussgebühren erhoben, die aber in den meisten Fällen in den Beiträgen verrechnet werden.
1. Einleitende Überlegungen zur Krankenversicherung
2. Aufnahme in die private Krankenversicherung
3. Leistungen der privaten Krankenversicherungen
4. Tarife für die ambulante Behandlung
5. Tarife für die stationäre Behandlung
6. Tarife für die zahnärztliche Behandlung
7. Standardtarif für Selbstständige
8. Basistarif für Selbstständige?
9. Wechselmöglichkeit in den Basistarif der Krankenversicherung
10. Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenversicherung

Einleitende Überlegungen zur Krankenversicherung

 

Für einen Selbstständigen kann auch die private Krankenversicherung in Frage kommen.

Es gibt hier die Besonderheit, dass ein Selbstständiger nicht an die Versicherungspflichtgrenze gebunden ist.
Allerdings gilt es, vor dem Eintritt in die private Krankenversicherung einiges
zu bedenken, denn ein Wechsel ist so schnell nicht wieder möglich.

Wer als Selbstständiger auch eine Familie zu ernähren hat sollte sich den Eintritt in die private Krankenversicherung gut überlegen.

Denn eine Familienversicherung, wie sie bei den gesetzlichen Kassen möglich ist, gibt es hier nicht.

Wer sich privat versichern lässt, zahlt für sich selbst.

Für Familienmitglieder muss immer ein eigener Vertrag abgeschlossen werden, an dem natürlich die Beiträge hängen.

Das Einkommen ist für die Berechnung des Beitrags in der privaten Krankenversicherung nicht relevant, dafür geht es aber um den Leistungsumfang, um das Alter, um das Geschlecht und um eventuelle Vorerkrankungen.

Alle diese Punkte zusammen ergeben einen individuellen Beitrag.

Außerdem werden die Altersrückstellungen gebildet, die verhindern sollen, dass die Beiträge im Alter stark ansteigen.

Aufnahme in die private Krankenversicherung

Vor der Aufnahme in die private Krankenversicherung müssen Sie sich einer Gesundheitsprüfung unterziehen.

Das heißt, Sie müssen konkrete Angaben zu Vorerkrankungen machen, zu chronischen Leiden oder bereits getätigten operativen Eingriffen.

Schätzt die Versicherung Ihr statistisches Risiko, erneut zu erkranken, als sehr hoch ein, ist es möglich, dass Sie als Versicherter nicht in einen Tarif Ihrer Wahl aufgenommen werden.

Noch relativ neu ist die Vorschrift, dass die private Krankenkasse dazu verpflichtet ist, jeden Antragsteller aufzunehmen, der dann aber nur im Basistarif versichert wird.

Die Leistungen, die in diesem Tarif geboten werden, sind vergleichbar mit denen, die auch die gesetzliche Krankenkasse bietet.

Wenn Sie also nicht in einen Tarif Ihrer Wahl wechseln können, so ist es in vielen Fällen tatsächlich empfehlenswert, sich einmal die Konditionen der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung näher anzusehen.

Leistungen der privaten Krankenversicherungen

Die Leistungen der privaten Krankenkassen werden in drei verschiedene Bereiche geteilt.

Da gibt es auf der einen Seite den Tarif für die ambulante Behandlung, dann den Tarif für die stationäre Heilbehandlung und zuletzt den Tarif für die zahnärztliche Behandlung.

Tritt der Versicherungsfall ein, so werden die Leistungen gewährt, die im Vertrag vereinbart wurden.

Das heißt, wenn Kosten höher ausfallen oder andere Behandlungen durchgeführt werden, als sie vertraglich vereinbart wurden, kann die Krankenkasse die Leistung verweigern.

Nicht nur die tatsächlichen Heilbehandlungen werden im Vertrag festgelegt, sondern auch weitere Leistungen.

Das heißt, wenn Sie sich als Selbstständiger in der privaten Krankenkasse versichern lassen möchten, so müssen Sie sich für die Leistungen entscheiden, die versichert werden sollen.

Wird eine Behandlung nötig, die nicht im Vertrag vereinbart wurde, so müssen Sie für die entstehenden Kosten selbst aufkommen.

Die Kosten in der privaten Krankenversicherung richten sich nach dem gewählten Tarif und den zugehörigen Bedingungen.

Die drei genannten Tarife schließen unterschiedliche Leistungen ein.

Die Leistungen der privaten Krankenkassen gelten übrigens immer nur für das versicherte Mitglied selbst.

Eine Familienversicherung, wie sie von der gesetzlichen Krankenkasse bekannt ist, ist hier nicht möglich.

Das heißt, dass Eltern ihre Kinder als eigenständige Mitglieder versichern lassen müssen – und folglich auch den entsprechenden Beitrag für sie tragen.

 

Tarife für die ambulante Behandlung

In den Tarifen für die ambulante Behandlung sind verschiedene Leistungen eingeschlossen.
Zum einen geht es um die Arztbehandlungen.

Sonderleistungen werden getragen, dazu gehören unter anderem Röntgenuntersuchungen.
Auch ambulante Operationen werden in diesen Tarif mit eingeschlossen.

Diese Kosten werden in der Regel unbeschränkt übernommen.

 

Psychotherapeutische Behandlung

Das ist aber nicht der Fall, wenn es um psychotherapeutische Behandlungen des Selbstständigen geht.
Diese werden bis zu einem gewissen Maß übernommen, die Mehrkosten werden dann nicht mehr getragen.
Hier gilt wieder, dass der geschlossene Vertrag maßgeblich ist.

Es können beispielsweise bis zu 20 Sitzungen pro Versicherungsjahr versichert werden, Kosten, die darüber hinaus entstehen, werden entweder gar nicht mehr oder nur noch anteilig getragen.

Wer beim Abschluss der Versicherung damit rechnet, dass eine solche Behandlung früher oder später notwendig werden könnte, sollte dies bedenken und den Versicherungsschutz entsprechend gestalten.

Als privat versicherter Selbstständiger können Sie zwischen allen niedergelassenen und approbierten Ärzten wählen, diese müssen keinen Vertrag mit der betreffenden Krankenversicherung geschlossen haben.

In den Tarif der ambulanten Heilbehandlung gehören zudem die Behandlung durch den Heilpraktiker sowie die Leistungen von Entbindungshelfern und Hebammen.

Darüber hinaus übernimmt die private Krankenversicherung des Selbstständigen die Kosten für notwendige Schutzimpfungen.

Es werden jedoch nicht alle Impfungen getragen. Wer zum Beispiel in den Urlaub ins Ausland reisen möchte, der muss für die Kosten der Impfung selbst aufkommen.

Hier ist immer wichtig, ob die Impfung unter normalen Umständen eine notwendige Schutzimpfung darstellt oder nicht.

 

Medikamente sind im Tarif enthalten

Des Weiteren sind Medikament im Tarif für die ambulante Heilbehandlung mit eingeschlossen.

Diese Medikamente müssen medizinisch notwendig und vom Arzt verordnet worden sein, damit die Kosten dafür seitens der privaten Krankenversicherung übernommen werden.

Solche Mittel wie Badezusätze, kosmetische Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel gelten nicht als Arzneimittel und werden daher auch von den Krankenkassen nicht übernommen.

 

Die Heil- und Hilfsmittel

Heil- und Hilfsmittel zählen ebenfalls zu den Leistungen, die von der privaten Krankenversicherung übernommen werden.

Bei den Heilmitteln werden nur die Anwendungen getragen, die der so genannten physikalischen Medizin zuzurechnen sind. Hilfsmittel sind in erster Linie die technischen Mittel, die dazu gedacht sind, körperliche Beeinträchtigungen zu mindern oder gänzlich auszugleichen.

Ist ein Krankentransport zum nächsten Arzt oder von diesem nötig, so können die Kosten dafür auch von der privaten Krankenkasse des Selbstständigen übernommen werden.

Generell gilt, dass die Versicherungen die Kosten für schulmedizinische Heil- und Hilfsmittel tragen.

Stehen solche nicht zur Verfügung, werden auch andere Mittel gezahlt, allerdings nur bis zu der Höhe der Kosten, die auch für die schulmedizinischen Mittel angefallen wären. Hinzu kommt, dass die Mittel erfolgversprechend sein müssen

 

Tarife für die stationäre Behandlung

Der privat versicherte Selbstständige hat die freie Wahl zwischen allen Krankenhäusern, egal, ob diese öffentlich oder privat sind.
Voraussetzung ist aber, dass die Krankenhäuser einer ständigen ärztlichen Leitung unterstehen.

Kuren und Sanatoriumsbehandlung

Wichtig zu wissen für den versicherten Selbstständigen ist, dass er auch die so genannten gemischten Anstalten nutzen kann.

Diese Anstalten sind Einrichtungen, in denen zum einen die notwendige medizinische Heilbehandlung durchgeführt wird, in denen aber auch Kuraufenthalte oder Sanatoriumsbehandlungen möglich sind.

Vor der Nutzung dieser gemischten Anstalten muss der versicherte Selbstständige jedoch eine Einverständniserklärung von Seiten der privaten Krankenversicherung einholen.

Es kann jedoch sein, dass diese Erklärung einmal nicht vorliegt und dass die Behandlung dennoch von der Krankenversicherung übernommen wird.

Das gilt immer dann, wenn sich eindeutig belegen lässt, dass die Behandlung medizinisch notwendig war.

In dem Falle wird die Behandlung durchgeführt und dann wird überprüft, ob eine stationäre Heilbehandlung notwendig war und auch stattfand oder ob es sich lediglich um eine sanatorische Behandlung handelte.

Wurde die Behandlung in einer gemischten Anstalt durchgeführt und es lag keine Leistungszusage vor, so wird in der Regel nur das Tagegeld erstattet, das für den Kur- oder Sanatoriumsaufenthalt anfiel.

Dieses Tagegeld muss allerdings auch wieder im Vertrag vereinbart worden sein. Leistungen, die darüber hinaus gingen, werden von der Versicherung nicht übernommen.

 

Wahlleistungen Ein- und Zweibettzimmer sowie Chefarztbehandlung

Im Tarif für die stationäre Behandlung werden die Kosten übernommen, die für den allgemeinen Krankenhausaufenthalt und die Behandlungen dort angefallen sind sowie die Wahlleistungen, wie Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, Behandlung durch den Chefarzt usw.

Tarife für die zahnärztliche Behandlung

Zusätzlich zu den normalen Tarifen für die ärztliche Behandlung gibt es einen speziellen Tarif für die Behandlung durch den Zahnarzt.

Hier werden verschiedene Leistungen mit einbezogen.
So die reguläre Behandlung, die die üblichen Kontrolluntersuchungen umfasst.

Diese werden zweimal pro Jahr bezahlt und beinhalten die Karieskontrolle sowie die Entfernung von Zahnstein.

Auch die Leistungen bei einer notwendigen Behandlung werden mit einbezogen.

 

Zahnersatz

Für Zahnersatz kommt die private Krankenversicherung des Selbstständigen ebenfalls auf, hier ist es aber wichtig, dass bei Vertragsschluss auf eine ausreichende Höhe der Versicherungsleistungen geachtet wird.

Besonders für Kinder ist zu empfehlen, Leistungen der Kieferorthopädie mit in den Tarif aufzunehmen.

Natürlich werden die Leistungen auch für Erwachsene teilweise nötig, jedoch häufiger in geringerem Umfang.

Der Tarif für die zahnärztlichen Leistungen sieht des Weiteren die Übernahme der Leistungen für Materialien und Labore vor.

 

Kosten- und Heilplan bei der Krankenkasse vorlegen

Die Kosten für den Zahnersatz und die Kieferorthopädie können meist nicht ohne Weiteres abgerechnet werden.

Hier muss der Patient in der Regel zuerst einen Kosten- und Heilplan vorlegen, was im Übrigen noch vor Beginn der Behandlung geschehen muss.

Die private Krankenversicherung des Selbstständigen stimmt diesem Plan, der vom behandelnden Arzt angefertigt und mit dem Patienten besprochen wird, zu oder kann ihn in seltenen Fällen auch ablehnen bzw. Leistungen streichen.

Stimmt die Kasse dem Plan zu, so kann die Behandlung beginnen und die Kosten werden übernommen.

Trägt die private Krankenversicherung die Kosten für die Behandlung nicht, so muss der Selbstständige selbst dafür aufkommen – oder auf die Behandlung verzichten.

 

Standardtarif für Selbstständige

Im Jahr 1994 wurde der herkömmliche Standardtarif eingeführt und er soll eine soziale Schutzfunktion erfüllen.

Er ist brancheneinheitlich gestaltet und garantiert, dass der Versicherte keinen höheren Beitrag zahlen muss, als der, der in der gesetzlichen Krankenversicherung als Höchstbetrag vereinbart wurde.

Dies wird als Höchstbeitragsgarantie bezeichnet.

Das Ziel dieses Tarifs ist es, die Beiträge auch im Alter moderat halten zu können.

 

Wer kann in den Standardtarif aufgenommen werden?

Selbstständige, die älter als 65 Jahre sind und eine Vorversicherungszeit von mindestens zehn Jahren in der privaten Krankenversicherung vorzuweisen haben, können in den Standardtarif aufgenommen werden.

Hier gilt, dass sie die zehn Jahre lang im Krankenkostenvolltarif aufgenommen gewesen sein müssen.

Selbstständige, die das 55. Lebensjahr vollendet haben sowie Rentner können ebenfalls in den Standardtarif aufgenommen werden, wenn sie ein jährliches Gesamteinkommen haben, das die jährlich neu festgelegte Arbeitsentgelthöchstgrenze nicht überschreitet.

Aufgenommen werden können auch die Personen, die beihilfeberechtigt sind, wobei dies für einen Selbstständigen eher nicht in Frage kommt. Hier gilt dann der beihilfekonforme Standardtarif.

 

Welche Tarifstufen gibt es im Standardtarif?

Der Standardtarif wird durch zwei Tarifstufen ausgemacht:
Zum einen werden die Personen versichert, die keinen Anspruch auf Beihilfe haben, zum anderen diejenigen, die einen solchen besitzen.

Bei einer Berechtigung auf Beihilfe kann nur der Versicherungsschutz abgeschlossen werden, der die restlichen Kosten der Krankenversicherung abdeckt.

 

Wie gestalten sich die Beiträge im Standardtarif?

Das Besondere am Standardtarif ist die Garantie der Beiträge.
Der Beitrag darf den Beitrag, der in der gesetzlichen Krankenversicherung zu zahlen wäre, nicht übersteigen.

Wer einen beihilfekonformen Standardtarif besitzt, der kann davon ausgehen, dass seine Beiträge zum Beispiel 30 Prozent der gesetzlichen Beiträge nicht übersteigen werden.

Wer als Selbstständiger in den Standardtarif wechselt, sollte wissen, dass seine Altersrückstellungen des bisherigen Tarifs mitgenommen werden können, solange der Wechsel innerhalb des gleichen Unternehmens stattfindet.

Bei einem verheirateten Ehepaar gilt – wenn beide im Standardtarif geführt sind – eine Begrenzung der Beiträge.

Wenn also das gesamte Einkommen des Ehepaares unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, so wird der gesamte Beitrag der Verheirateten auf maximal 150 Prozent des Beitrags begrenzt, der für eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung in Frage käme.

Basistarif für Selbstständige

Seit neuester Rechtsprechung sind die privaten Versicherungsunternehmen dazu verpflichtet, den Basistarif jedem Selbstständigen anzubieten.

Auch wenn der Selbstständige in einem anderen Tarif abgelehnt werden kann, im Basistarif ist das nicht möglich.

Er muss so angeboten werden, dass er eine 100prozentige Absicherung erfüllt und auch beihilfekonform ist.

Außerdem darf der Basistarif nicht einheitlich geregelt sein, sondern muss in verschiedenen Varianten, so zum Beispiel für Jugendliche, angeboten werden.

Bis zum 21. Lebensjahr werden dann beispielweise keine Altersrückstellungen gebildet.
Der Basistarif gilt als substitutive Krankenversicherung in seiner Funktion als Krankenkostenvollversicherung.

 

Wer muss in den Basistarif aufgenommen werden?

Jeder, der freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung als Mitglied geführt ist, muss in den Basistarif aufgenommen werden.

Dies musste im Zeitraum zwischen dem 01. Januar bis zum 30. Juni 2009 innerhalb von sechs Monaten geschehen. Der Sechsmonatszeitraum gilt auch für diejenigen, die als freiwilliges Mitglied geführt sind.
Hier ist das SGB V mit den vorgesehenen Wechselmöglichkeiten ausschlaggebend.

Aufgenommen werden müssen in den Basistarif auch die Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht versicherungspflichtig sind, die aber ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben.

Wichtig ist, dass diese Personen keinen Anspruch auf Leistungen der Asylbewerberhilfe haben dürfen und dass sie keine Empfänger von Sozialleistungen sind. Zudem dürfen die Personen keine Krankenversicherung bei einem anderen Unternehmen haben.

Hat die antragstellende Person einen Anspruch auf Beihilfe und benötigt einen zusätzlichen Versicherungsschutz, so muss sie in den Basistarif aufgenommen werden.

Generell haben alle Personen Anspruch auf Aufnahme in den Basistarif, die nach dem 31. Dezember 2008 eine Versicherung bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen abgeschlossen haben.

 

Welche Besonderheiten gibt es beim Basistarif?

Für die Versicherungen besteht die Pflicht zur Aufnahme des Selbstständigen in den Basistarif.

Diese Pflicht besteht nur in den Fällen nicht, wenn der Selbstständige schon bei einer anderen Versicherung versichert war und der Vertrag angefochten wurde, was aufgrund arglistiger Täuschung oder einer widerrechtlichen Drohung der Fall gewesen sein kann.

Auch, wenn der Versicherer dem Selbstständigen nachweisen konnte, dass dieser seiner vorvertraglichen Anzeigepflicht nicht nachgekommen ist, so kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten und die Aufnahmepflicht für das neue Versicherungsunternehmen besteht nicht.

Für den Basistarif gilt, dass dieser keine Zuschläge für bestimmte Risiken oder Ausschlüsse von Leistungen beinhaltet.

Es können Wartezeiten vereinbart werden, wobei hier auch Zeiten angerechnet werden können, die bereits in einer privaten Krankheitskostenversicherung zurückgelegt wurden.

Möglich ist, dass auch für die Aufnahme in den Basistarif eine Risikoprüfung vorgenommen wird, die als Basis für den Risikoausgleich sowie für den Wechsel vom Basis- in den Normaltarif dient.

Neben dem Basistarif können weitere Zusatzleistungen abgeschlossen werden, was bei dem normalen Standardtarif nicht möglich ist.

Wechselmöglichkeit in den Basistarif der Krankenversicherung

Wer den Normaltarif für seine private Krankenversicherung als Selbstständiger gewählt hat, kann aus diesem natürlich auch wechseln.

 

Vergleichen Sie hier die Angebote der privaten Krankenversicherungen

Der Wechsel findet dann in der Regel in den Basistarif statt.

Hier muss aber darauf geachtet werden, ob der Wechsel innerhalb des eigenen Versicherungsunternehmens stattfindet oder ob zu einem anderen Versicherer gewechselt werden soll.

 

Wechsel des Tarifs innerhalb der eigenen Krankenversicherung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wann gewechselt werden kann.

Dann gilt der Vertrag als so genanntes Neugeschäft.

Gewechselt werden kann auch, wenn der versicherte Selbstständige älter als 55 Jahre ist oder noch vor dem 55. Lebensjahr eine Rente beantragt hat – und auch die Voraussetzungen dafür mitbringt.
Der Vertrag gilt als Bestandsgeschäft, wenn der Versicherte nach den Vorschriften des SGB II oder III als hilfsbedürftig gilt.

Wurde die Krankenversicherung vor dem 01. Januar 2009 geschlossen und der
Wechsel in den Basistarif vor dem 01. Juli 2009 beantragt, so ist er ebenfalls
möglich. Auch dann gilt der Vertrag als Bestandsgeschäft.
Wird innerhalb des eigenen Versicherungsunternehmens gewechselt, so bleiben die Altersrückstellungen erhalten.

 

Wechsel des Tarifs bei einer anderen Versicherung

Wenn der Vertrag mit dem Normaltarif vor dem 01. Januar 2009 abgeschlossen wurde, so können Selbstständige in den Basistarif eines anderen Anbieters wechseln.

Die Altersrückstellungen können mitgenommen werden, wenn die Kündigung vor dem genannten Termin erfolgt ist.

Dabei spielt es keine Rolle, wann der eigentliche Wechseltermin angedacht ist.

Bei dem neuen Versicherungsunternehmen muss eine so genannte substitutive Krankenversicherung geschlossen werden, damit die Mitnahme der Altersrückstellungen möglich ist.

Das gilt für alle Verträge, die nach dem 31. Dezember 2008 geschlossen wurden.

Möglich ist übrigens nicht nur der Wechsel vom Normal- zum Basistarif, sondern es kann auch vom Basistarif in einen anderen Tarif gewechselt werden.

Ein eventuell bei Vertragsschluss vereinbarter Risikozuschlag kann dann vom Versicherer verlangt werden.

 

Keinen vorschnellen Wechsel der Krankenversicherung vornehmen

Generell sollte ein Wechsel nicht vorschnell vorgenommen werden, sondern mögliche Konsequenzen sollten dabei schon bedacht werden.

Der Grund dafür sind die Altersrückstellungen. Werden diese nicht mitgenommen, so kann das böse Folgen für die Entwicklung der Beiträge im Alter haben.

Die Altersrückstellungen sind schließlich dafür gedacht, den versicherten Selbstständigen von allzu hohen Beiträgen im Alter zu verschonen.

Sind sie nicht mehr vorhanden, müssen die Mehrkosten, die im Alter in der Regel nun einmal anfallen, über einen höheren Beitrag gedeckt werden.

Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenversicherung

Immer mehr private Krankenversicherungen setzen auf die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung, was unter anderem daran liegt, dass die Beiträge immer weiter steigen, die Versicherten aber nicht gewillt sind, die Kostenexplosion einfach so hinzunehmen.

Bei der Selbstbeteiligung gibt es verschiedene Systeme.
Diese werden im Folgenden kurz vorgestellt.

 

Zum Prozentualsystem

Dabei wird mit dem versicherten Selbstständigen vereinbart, dass er einen bestimmten Anteil der Kosten für seine Behandlung selbst trägt.

Dieser Anteil wird in Prozent angegeben.

Der Selbstständige unterschreibt dann beispielsweise einen Vertrag, in dem eine Beteiligung von 20 Prozent an den Arzneimitteln vorgesehen ist.

Die Rechnungen, die dann zur Erstattung bei der privaten Krankenversicherung durch den Selbstständigen eingereicht werden, werden abzüglich der jeweiligen 20 Prozent erstattet.

Eine Begrenzung ist hier nicht vereinbart und es können theoretisch beliebig viele Rechnungen im Versicherungsjahr eingereicht werden.

 

Zum Maximalsystem

Bei dieser Form der Selbstbeteiligung werden die Kosten bis zu einem bestimmten maximalen Satz ersetzt.
Die Beiträge können sich im Jahr deutlich reduzieren, wenn zum Beispiel der Höchstsatz von bis zu 5000 Euro, wie es bei neueren Verträgen möglich ist, vereinbart wurde.

Die Selbstbeteiligung muss nicht in allen Tarifen gelten, sondern kann sich zum Beispiel auf den Zahnersatz beschränken.
Die Versicherung trägt dann also nur die Kosten, die über den vereinbarten Selbstbehalt hinaus gehen.

 

Zum Prozentual-Maximalsystem

Diese Form der Selbstbeteiligung stellt eine Art Mischform der beiden vorgenannten Möglichkeiten dar.
Die Krankenversicherung ersetzt dann nur einen prozentualen Anteil an den Kosten, die für eine Behandlung anfallen und das auch nur bis zu einem festgelegten Höchstbetrag.

Das System funktioniert folgendermaßen:
Es wird zum Beispiel für den Bereich der ambulanten Behandlung eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent angenommen, maximal werden 400 Euro im Jahr durch den Versicherten selbst übernommen.

Er reicht nun seine Rechnungen für die Behandlungen oder Arzneimittel bei der Krankenversicherung zur Erstattung ein und bekommt einen Anteil der Kosten erstattet (maximal 80 Prozent).

Die Krankenversicherung überprüft nun mit jeder Rechnung, ob der maximale Selbstbeteiligungsbetrag schon erreicht wurde. Ist das der Fall, werden weitere Rechnungen voll erstattet.

Mit der Vereinbarung einer Selbstbeteiligung kann der Selbstständige enorme Kosten im Jahr einsparen.

Überlegenswert ist diese Verfahrensweise vor allem für diejenigen versicherten Selbstständige, die wissen, dass sie im Jahr eher selten zum Arzt gehen und daher auch nur geringe Kosten für die Behandlung haben.

Wer häufiger einen Arzt aufsucht, für den sollte der Selbstbehalt nicht zu hoch ausfallen und es ist empfehlenswert, das Prozentual-Maximalsystem zu nutzen.

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