Versicherung für das Gewerbe

Die Gewerbeversicherung

Dies ist der Inhalt dieser Seite:
1. Grundsätzliches zur Gewerbeversicherung?
2. Welche Versicherung braucht ein Gewerbebetrieb?
3. Die Geschäftsinhaltsversicherung
4. Die Betriebshaftpflichtversicherung
5. Welche Firmenversicherung braucht ein Selbstständiger?
6. Was ist eine Betriebsunterbrechungsversicherung
7. Was ist eine Feuerversicherung?
8. Was ist eine Betriebsgebäudeversicherung?
9. Was ist eine Rohrbruch- und Leitungswasserversicherung?
10. Was ist eine Einbruchdiebstahlversicherung?
11. Was ist eine Elektronikversicherung?
12. Was ist eine Maschinenversicherung?
13. Was ist eine Montageversicherung?
14. Was ist eine Garantieversicherung?
15. Wie gestalten sich die Kosten für eine Gewerbeversicherung?
16. Der Vergleich der Gewerbeversicherungen
17. Entschädigungen durch die Versicherung
18. Obliegenheitsverletzungen und grobe Fahrlässigkeit

 

 

1. Grundsätzliches zur Gewerbeversicherung

Gewerbetreibende brauchen einen speziellen Versicherungsschutz, der exakt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

Die Gewerbe- oder Firmenversicherung ist dabei die erste Wahl.

Diese Assekuranz wird übrigens auch als Betriebs- oder Geschäftsversicherung bezeichnet.

Doch obwohl die Namen unterschiedlich sind, beinhaltet die Versicherung immer ähnliche Bausteine.

Abgesichert werden unter anderem neu eingestellte Mitarbeiter, der Unternehmensinhaber oder Geschäftsleiter und das Inventar der Firma.

Versicherbare Bereiche

Vier Arten von Risiken werden bei der Firmenversicherung unterschieden.

Zuerst einmal geht es um die Risiken, denen der Unternehmer oder Geschäftsleiter selbst unterliegt.

Das sind Krankheit, Tod, Unfall oder Berufsunfähigkeit.

Dann geht es um die Schädigung des eigenen Vermögens.

Dieses kann durch Einbruchdiebstahl, Wasser- oder Brandschäden, eine erzwungene Betriebspause oder durch den Ausfall der Büroelektronik geschädigt werden.

Auch Dritte unterliegen einem gewissen Risiko durch einen gewerblichen Betrieb.

Die Firmenversicherung übernimmt die Haftung wegen Vertragsbruchs, Fehlberatung und wegen gesetzlicher Ansprüche von Unbeteiligten.
Zuletzt seien die Risiken genannt, denen die Mitarbeiter unterliegen. Auch sie können durch Krankheit, Todesfall, Unfall, Altersvorsorge und Berufsunfähigkeit das Unternehmen schädigen.

Die einzelnen Bereiche werden in drei Ebenen unterteilt, wobei die untere Ebene die existenziellen Risiken abdeckt.
Die mittlere Ebene sichert Risiken, die mit hohen finanziellen Verlusten einhergehen können.

Die untere Ebene ist vernachlässigbar und sichert kleine Risiken ab, die zwar finanziell ärgerlich, jedoch nicht existenzbedrohend sind.

Pauschale Aussagen über den tatsächlichen Versicherungsbedarf eines Unternehmens können nicht gemacht werden, weil die einzelnen Unternehmen zu verschieden sind und die Absicherung spezifisch angepasst werden muss.

Schutz für Existenzgründer

Da es die Gewerbeversicherung nun einmal nicht kostenfrei gibt, stellt sich ein Existenzgründer sicherlich die Frage, ob und in welchem Maße er die Versicherung überhaupt braucht.

Bedingt durch die begrenzten finanziellen Mittel am Beginn der selbstständigen Karriere muss eine Auswahl der Risiken getroffen werden, die abgesichert werden sollen.

Wichtig ist es, erst einmal die Risiken der oberen Ebene zu versichern, wobei gleichzeitig darauf geachtet werden muss, eine hohe finanzielle Belastung durch Zahlung unnötig hoher Versicherungsbeiträge zu vermeiden.

Der Vergleich der Angebote für eine Firmenversicherung ist daher ratsam. Viele Assekuranzen haben überdies spezielle Angebote für Existenzgründer im Programm.

 

Vergleich der Angebote

Vor allem dann, wenn ein hoher Versicherungsbedarf besteht, häufen sich die Policen bei einem Unternehmer.

Es ist daher sinnvoll, sich Angebote für Kombinationsversicherungen machen zu lassen.

Diese ermöglichen einen sehr individuellen Schutz mit Produkten, die genau auf die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst sind.

Wichtig ist zudem, dass immer mehrere Angebote in Betracht gezogen werden.

Verglichen werden sollten dabei auch die Direktversicherer, denn ihre Policen sind meist deutlich günstiger. Klar ist aber auch, dass hier der Berater nur per E-Mail oder am Telefon zur Verfügung steht, persönliche Termine vor Ort sind schwer zu vereinbaren bzw. gar nicht möglich.

Wichtig zu wissen:
Die Kosten für eine Gewerbeversicherung hängen unter anderem von der Branche ab, in der das Unternehmen tätig ist, außerdem von der Unternehmensgröße.

Durch Kombipakete lassen sich oftmals Einsparungen erzielen, denn solche umfassenden Versicherungen werden oft mit hohen Rabatten angeboten.

2. Welche Versicherung braucht ein Gewerbebetrieb?

Ein Gewerbebetrieb braucht je nach Tätigkeitsfeld unterschiedliche Versicherungen, die im Allgemeinen unter dem Hauptbegriff der Firmenversicherung zusammengefasst werden.

Dabei ist nicht jeder Baustein für jedes Unternehmen wichtig, denn es gibt auch einzelne Bausteine, die nicht gebraucht werden.

Wer allein tätig ist, braucht logischerweise keine Mitarbeiter abzusichern. Sich selbst als Unternehmer hingegen muss er gegen Schäden jeglicher Art absichern, weil an ihm das Unternehmen direkt hängt.

Neben den reinen Sachversicherungen sind auf jeden Fall die Personenversicherungen sowie die Haftpflichtversicherungen zu nennen.

3. Die Geschäftsinhaltsversicherung

Die Geschäftsinhaltsversicherung ist im Prinzip mit der Hausratversicherung vergleichbar und schützt das Unternehmen vor den finanziellen Folgen von Sturm- und Leitungswasserschäden, Einbruchdiebstahl, Schäden durch Brand und Löschwasser, Blitzschlag oder Hagel.

Diese Versicherung gilt als eine der wichtigsten Versicherungen für einen Gewerbebetrieb.

Die Zerstörung des Geschäftsinhalts kann die gesamte Existenz des Unternehmens gefährden, daher sollten mögliche Schäden hier schon direkt nach der Existenzgründung abgesichert werden.

Der Umfang der benötigten Geschäftsinhaltsversicherung wird mit Hilfe eines Fragebogens ermittelt, den das Versicherungsunternehmen dem Gewerbebetrieb zur Verfügung stellt.

Die Geschäftsinhaltsversicherung ist nach dem Baukastenprinzip aufgebaut, so dass sich ein Gewerbetreibender die Versicherungsbestandteile heraussuchen kann, die für ihn tatsächlich relevant sind.

Wichtig:
Ein Produktionsbetrieb, der auf den Einsatz teurer Maschinen und Anlagen setzt sowie ein Lager mit fertigen Produkten unterhält, braucht eine ganz andere Absicherung als jemand, der nur am Rechner und mit einer Telefonanlage arbeitet.

So unterschiedlich, wie die Absicherung des Unternehmens selbst ist, ist aber auch die Gestaltung der Prämien.

Durch Sicherungs- und Vorsorgemaßnahmen zum Schutz des Geschäftsinhalts ist es aber möglich, günstigere Prämien zu erwirken.

4. Die Betriebshaftpflichtversicherung

 

Jeder Gewerbebetrieb unterliegt der Gefahr, aufgrund seiner Tätigkeit einer anderen Person Schaden zuzufügen bzw. einen Sachschaden zu verursachen.

Die Betriebshaftpflichtversicherung sichert Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, wobei die individuellen Risiken spezifisch abgesichert werden können.

Es gibt zum Beispiel die Allgemeine Betriebshaftpflichtversicherung, für Produktionsbetriebe kommt aber auch die Produkthaftpflichtversicherung in Frage.

Wichtig:
Das Unternehmen haftet immer in voller Höhe für einen verursachten Schaden, was im schlimmsten Fall – ohne entsprechende Versicherung – in die Insolvenz führen kann.

Die gesetzliche Haftpflicht kann nicht ausgeschlossen werden, auch nicht durch entsprechende vertragliche Regelungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.

Mehr Info: Privathaftpflichterversicherung

 

5. Welche Firmenversicherung braucht ein Selbstständiger?

Ein Selbstständiger muss sich die Frage stellen, welche Versicherungen er tatsächlich benötigt.

Fakt ist, dass zwar vieles abgesichert werden kann, einiges davon ist aber gar nicht nötig, da sich entweder momentan die Frage nach einer solchen Absicherung (noch) gar nicht stellt oder das finanzielle Verlustrisiko durch einen entsprechenden Schaden sehr gering ist.

Der Selbstständige sollte daher gut auswählen, welche Firmenversicherungen er tatsächlich braucht. Ist er allein im Unternehmen tätig, braucht er zum Beispiel keinen Schutz für Mitarbeiter, darauf muss vor allem beim Vergleich der Kombiprodukte geachtet werden.

 

Schutz der eigenen Person

Wer sein Unternehmen selbst führt und es im Krankheitsfall nicht an einen Geschäftsführer oder Vertreter abgeben kann, muss sich selbst als Person unbedingt vor Risiken schützen.

Die wichtigsten Risiken, denen der Selbstständige unterliegt, betreffen Krankheit, Tod, Unfall oder Berufsunfähigkeit.

In erster Linie geht es bei der Absicherung dieser Risiken darum, das Unternehmen auch bei Ausfall des Selbstständigen am Leben zu erhalten und die Einnahmen zu sichern.

Nicht zuletzt hängt auch die Familie des Selbstständigen am Unternehmen, die durch den Verdienstausfall in ihrer Existenz bedroht sein kann.

Durch eine Lebensversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine private und gesetzliche Unfallversicherung sowie gegebenenfalls eine Krankentagegeldversicherung können die finanziellen Verlustrisiken abgesichert und in ihren Auswirkungen gemildert werden.

 

Schutz des eigenen Vermögens

Verschiedene äußere Einflüsse können dafür sorgen, dass das eigene Vermögen einem hohen Verlustrisiko unterliegt.

Brand- und Wasserschäden oder ein Einbruchdiebstahl gehen nicht nur mit den momentan auf den ersten Blick ersichtlichen Schäden einher, sondern sie führen des Weiteren nicht selten zu einer erzwungenen Betriebspause, während dieser wiederum keine Einnahmen zu erzielen sind.

Auch eine defekte Elektronik im Büro oder der Verlust wichtiger Daten kann zur Vermögensschädigung führen.

Dabei sind die Langzeitfolgen nicht zu unterschätzen:
Während der Betriebsunterbrechung können keine Einnahmen erzielt werden, die Ausgaben für laufende Kosten sind aber immer noch vorhanden.

Neue Kunden können während dieser Zeit nicht angeworben werden, auch Bestandskunden springen vielleicht ab, weil sie zu lange auf die Auftragsbearbeitung warten müssen.

Eine Betriebsunterbrechungsversicherung in Kombination mit einer Ertragsausfallversicherung kann helfen, den finanziellen Verlust jetzt und später zumindest etwas in Grenzen zu halten.

 

Schutz vor Forderungen Dritter

Dritte können ebenfalls Forderungen an den Selbstständigen stellen, der für von ihm verursachte Schäden in unbegrenzter Höhe haftbar gemacht werden kann.

Er muss zum Beispiel wegen Vertragsbruch haften, wegen gesetzlicher Ansprüche von Unbeteiligten oder wegen einer fehlerhaften Beratung.
Personen-, Sach- oder Vermögensschäden können in die Millionenhöhe gehen und im schlimmsten Fall zur Insolvenz führen.

Eine Betriebshaftpflichtversicherung – eventuell ergänzt mit einer Berufshaftpflichtversicherung – ist sinnvoll für jeden Selbstständigen.

Wichtig ist dabei die Deckungshöhe, die so vereinbart werden sollte, dass sie auch größere Vermögensschäden abdeckt.

Eventuell wird empfohlen, eine separate Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abzuschließen, was zum Beispiel in beratenden Berufen dringend anzuraten ist.

6. Was ist eine Betriebsunterbrechungsversicherung?

Das Problem bei einem Schadensfall ist meist in doppelter Hinsicht schwierig zu bewältigen:

Zum einen kommen die Kosten für eine Reparatur oder einen Neuerwerb auf den Selbstständigen oder Freiberufler zu.

Zum anderen ist mit einer Betriebsunterbrechung zu rechnen, weil eine Lagerhalle nicht genutzt werden kann, weil Maschinen für die Produktion ausgefallen sind oder weil die Büroräume nicht betreten werden können.

Die Fixkosten laufen jedoch weiter und stellen eine hohe finanzielle Belastung angesichts der Tatsache dar, dass keine Einnahmen zu erzielen sind.

Die Firma kann bis in die Insolvenz getrieben werden.
Abhilfe schafft der Abschluss einer Betriebsunterbrechungsversicherung.

 

Was beinhaltet die Betriebsunterbrechungsversicherung?

Wenn Feuer oder Sturm einen Sachschaden im Betrieb anrichten, so kann dies zu Ausfällen in der Produktion führen.

Dabei kann es sein, dass Teile des Betriebs oder sogar das ganze Unternehmen nicht mehr arbeitsfähig sind.

Vor allem kleine Unternehmen sind davon betroffen, denn sie können in der Regel nicht auf eine andere Filiale ausweichen und ihre Produktion nach dort verlagern.

Der Inhaber muss die Gewinnausfälle und die laufenden Kosten tragen. Dies kann das finanzielle Aus bedeuten.

Die Betriebsunterbrechungsversicherung übernimmt nun die Schäden durch Sturm, Brand, Einbruchdiebstahl oder Leitungswasser.

Abgedeckt werden dabei die Schäden, die durch den entgangenen Betriebsgewinn entstanden sind sowie die Kosten, die während der Unterbrechung des Betriebs anliefen.

Dabei kann es sich um finanzielle Verpflichtungen unterschiedlicher Art handeln.

Getragen werden zum Beispiel die Energiekosten, Mieten und Pachten, Personalkosten, Steuern, Leasing und betriebliche Versicherungskosten.
Dazu kommen weitere Fixkosten, die in dem betreffenden Unternehmen anfallen.

Verschiedene Arten der Betriebsunterbrechungsversicherung

Unterschieden wird in diverse Arten der Betriebsunterbrechungsversicherung, wobei hier die Versicherungssummen bei der Einteilung eine Rolle spielen.

Es gibt zum Beispiel die Klein-Betriebsunterbrechungsversicherung, wobei Versicherungssummen bis zu einer Million Euro vereinbart werden können.

Abgeschlossen wird diese Art der Betriebsunterbrechungsversicherung in Kombination mit einer Sachversicherung, wie etwa der Sturm-, Leitungswasserschaden- oder Einbruchdiebstahlversicherung.

Die Summe, die als Absicherung in der Betriebsunterbrechungsversicherung vereinbart wird, stimmt mit der der Inhaltsversicherung überein.

Außerdem gibt es die Mittlere Betriebsunterbrechungsversicherung sowie die Groß-Betriebsunterbrechungsversicherung. Bei beiden Varianten werden eigenständige Versicherungsverträge abgeschlossen, wobei auch höhere Versicherungssummen möglich sind.

Die Versicherung übernimmt auch Mehrkosten für Überstundenzuschläge oder Schichtarbeit, was bei der Klein-Betriebsunterbrechungsversicherung nicht der Fall ist.

Diese Mehrkosten müssen aber aufgrund des Schadensfalls entstanden sein.

Die wohl wichtigste Art der Betriebsunterbrechungsversicherung ist die Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung, denn ein Feuer ist in einem Unternehmen rasch passiert und richtet großen Schaden an.

Inbegriffen ist hier auch die Kostenübernahme wegen Schäden und Ausfällen, die durch den Einsatz von Löschwasser entstanden sind.

 

Die Angebote zur Betriebsunterbrechungsversicherung vergleichen

Die Höhe der Versicherungssumme hat direkten Einfluss auf die zu zahlenden Prämien.

Dennoch sollten Sie nicht zu niedrig kalkulieren, denn es ist erstaunlich, wie hoch ein Schaden durch eine Betriebsunterbrechung tatsächlich sein kann.

Bei einer zu niedrigen Kalkulation werden eben auch nur die Kosten erstattet, die bis zur vereinbarten Versicherungssumme reichen. Bei einer ausreichend hohen Versicherungssumme hingegen besteht die Chance, sämtliche Kosten erstattet zu bekommen.

Die Angebote für eine Betriebsunterbrechungsversicherung sind allerdings recht verschieden, daher sollten Sie unbedingt vergleichen, ehe Sie einen Vertrag unterzeichnen.

Bei den Versicherungsprämien lassen sich teilweise mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.

7. Was ist eine Feuerversicherung?

Über die Feuerversicherung lassen sich verschiedene Aspekte versichern.

So natürlich zum einen die Schäden, die durch ein Feuer entstanden sind, wobei auch Schäden durch den Einsatz von Löschwasser inbegriffen sind. Mobilien und Immobilien können abgesichert werden.

Reine Feuerversicherungen werden heute nur noch selten abgeschlossen, meist werden sie mit anderen Bausteinen kombiniert.

Die Feuerversicherung hat jedoch einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie, weil hier das höchste Schadenspotenzial vorliegt.

 

Umfang der Feuerversicherung

Es ist möglich, eine spezielle Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung abzuschließen.

Über diese Assekuranz können Ertragsausfälle abgedeckt werden. Denn nicht immer kann nach einem Brand der Betrieb weiterlaufen, oft ist eine Schließung auf unbestimmte Zeit nötig.

Während dieser Zeit kommt es aber zu Gewinnausfällen bei gleichzeitigem Fälligwerden der regelmäßigen Fixkosten.

Die Feuerversicherung erstattet auch weitere Kosten, wie zum Beispiel Aufräum- und Abbruchkosten. Wichtig ist hier immer der Umfang der Versicherungsleistungen, der von Anbieter zu Anbieter verschieden ist.

Ein Vergleich der vorgeschlagenen Policen ist daher immer anzuraten, ehe ein Vertrag unterzeichnet wird.

Dabei sollte im Übrigen auch auf die Vertragsbindung geachtet werden, denn einige Verträge binden den Versicherungsnehmer für bis zu fünf Jahre.

 

Die Grundlagen der Feuerversicherung

Zuallererst geht es bei der Feuerversicherung natürlich darum, einen Ersatz für Brandschäden zu leisten.

Ein Brand wird als Feuer definiert, welches keinen bestimmungsgemäßen Herd aufweist oder einen solchen verlassen hat. Außerdem ist ein Brand selbstständig in der Lage, sich auszubreiten.

Als Feuer wird ein „Verbrennungsvorgang mit Erscheinen von Licht“ bezeichnet. Als Licht gilt es dabei bereits, wenn lediglich ein Glühen oder ein Glimmen vorliegt. Kommt Sauerstoff hinzu, handelt es sich um einen Verbrennungsvorgang.

Die einzelnen Versicherer verwenden aber auch weitere Formulierungen, denn gerade in der Industrie können weitere Möglichkeiten herrschen, in denen es zu einem Verbrennungsvorgang kommen kann.

Nicht inbegriffen sind in der Feuerversicherung Sengschäden, wie sie etwa durch eine Zigarette entstehen können.

Hier ist es dem Feuer nicht möglich, sich aus eigener Kraft auszubreiten. Auch Fermentationsschäden in der Agrarwirtschaft sind nicht in der Feuerversicherung abgedeckt.
Es kommt dabei weder zu Lichterscheinungen noch zu einem Verbrennungsvorgang aufgrund der Zufuhr von Sauerstoff.

 

Was umfasst die Feuerversicherung noch?

Die Feuerversicherung deckt nicht nur reine Brandschäden ab, sondern leistet auch bei Blitzschlag Ersatz.

Dabei kann es sich um einen direkten Blitzschlag handeln oder um einen Schaden, der aufgrund von Überspannung entstanden ist.

Implosion und Explosion sowie der Anprall oder Absturz von Luftfahrzeugen sind ebenfalls in der Feuerversicherung beinhaltet. Vor allem Schäden durch Überspannung sind häufig zu verzeichnen.

Für industrielle Unternehmen gibt es zahlreiche Erweiterungen der Feuerversicherung. So werden je nach Vereinbarung auch Schäden ersetzt, die durch den Austritt glühender Schmelzmassen verursacht werden.
Nutzwärmeschäden (das sind Schäden an Mobilien, die durch übermäßige – jedoch bestimmungsgemäße – Hitze entstanden sind) können ebenfalls versichert werden.

Schäden durch Brandstiftung werden in der Regel ebenfalls ersetzt, wobei die Versicherung einen ermittelten Täter in Regress nimmt. Wird der Versicherte selbst als Täter ermittelt, liegt ein Versicherungsbetrug vor und es wird kein Schaden ersetzt.

8. Was ist eine Betriebsgebäudeversicherung?

Da das Betriebsgebäude meist die Grundlage für die wirtschaftliche Existenz eines Unternehmens darstellt, kommt diesem eine ganz besonders hohe Bedeutung zu.

Bei einem Schaden des Gebäudes, etwa durch Brand, Sturm, Hagel oder Blitzschlag, kann es zu verheerenden Folgen kommen, was die wirtschaftliche Lage angeht. Eine Betriebsgebäudeversicherung ist daher unverzichtbar für jeden Unternehmensinhaber und/oder Betriebsleiter.

Zu den Betriebsgebäuden werden alle gewerblich genutzten Immobilien gezählt, wie Verwaltungsgebäude, Produktionshallen, Lagerräume oder auch kombinierte Wohn- und Geschäftshäuser.

 

Was ist in der Betriebsgebäudeversicherung abgesichert?

Die Betriebsgebäudeversicherung bietet eine Basisabsicherung, die sich auf Schäden durch Leitungswasser, Feuer, Sturm oder Hagel bezieht.

Darüber hinaus können weitere Vereinbarungen getroffen werden, die Elementarschäden, Schäden durch Mietausfall und Vandalismus sowie Glasschäden beinhalten. Sekundäre Schäden werden ebenfalls in den Versicherungsschutz mit aufgenommen.

Dabei handelt es sich zum Beispiel um Unterbringungskosten in einem Hotel für den Fall, dass die geschädigten Räume nicht nutzbar sind. Auch Aufräum- und Abbruchkosten sowie Schäden durch Überspannung sind im Versicherungsschutz enthalten.

Zusammengefasst bedeutet das, dass in der Betriebsgebäudeversicherung in erster Linie Schäden durch Feuer, Sturm und Leitungswasser abgesichert sind. Auch eine Einbruchdiebstahlversicherung kann integriert werden.

Der Versicherungsschutz kann so weit ausgedehnt werden, dass auch Schäden durch innere Unruhen, Fahrzeuganprall, Rauch, Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Lawinen, Vulkanausbruch oder böswillige Beschädigung durch die Versicherung übernommen werden.

Versichert sind dabei sämtliche Betriebsgebäude mit den zugehörigen Bestandteilen, also auch die Heizungsanlagen und die Wandverkleidungen werden bei Bedarf ersetzt.

Versichert ist zum einen der Baukörper, also die Gebäudehülle, zum anderen werden die Einbauten durch die Assekuranz geschützt.

Elektrische Anlagen, sanitäre Installationen und Klimaanlagen gehören zum Beispiel fest zum Gebäude und sind daher in der Betriebsgebäudeversicherung inbegriffen. Wichtig ist, dass darauf geachtet wird, dass diese Einbauten wertmäßig in der Versicherungssumme erfasst sind.

Was wird nicht versichert?

Einige Schäden werden nicht durch die Betriebsgebäudeversicherung getragen. So sind an dieser Stelle Sengschäden oder Schäden an Gegenständen, die einem Nutzfeuer ausgesetzt waren, zu nennen.

Schäden durch austretendes Plansch- oder Reinigungswasser sind in der Versicherung nicht enthalten.

In der Sturmversicherung ist das Eindringen von Hagel, Schmutz oder Schnee nicht versichert, wenn Öffnungen nicht ordnungsgemäß geschlossen waren. Wer also das Fenster bei einem Unwetter offen lässt, bekommt von der Versicherung keinen Schadensersatz geleistet.

Des Weiteren sind Schäden durch Erdbeben oder Lawinen in einigen Regionen nicht versicherbar.

Ist das Gebäude noch nicht fertiggestellt, sind auch Schäden durch Leitungswasser, Hagel, Sturm und Feuer ausgenommen. Hier muss eine separate Rohbauversicherung abgeschlossen werden.

 

Entschädigungsleistungen in der Betriebsgebäudeversicherung

Die Betriebsgebäudeversicherung kommt für die Kosten auf, die zum Beispiel für eine Wiederherstellung des Gebäudes anfallen. Ersetzt wird dabei der ortsübliche Neubauwert bzw. der Zeitwert.

Ein Mietausfall, der aufgrund eines Sachschadens entstanden ist, sowie die fortlaufenden Nebenkosten werden ersetzt.

Die Versicherung trägt außerdem Feuerlöschkosten, Aufräum- und Abbruchkosten, Kosten für die Dekontaminierung von Erdreich, Kosten für die Schadensbeseitigung nach einem Einbruch sowie Aufwendungen für die Beseitigung umgestürzter Bäume.

Daneben werden noch zahlreiche weitere Leistungen gewährt, die im Einzelfall den Versicherungsbedingungen zu entnehmen sind.

9. Was ist eine Rohrbruch- und Leitungswasserversicherung?

Die Rohrbruch- und Leitungswasserversicherung ist noch eine vergleichsweise junge Versicherung, die es erst seit ungefähr 1886 gibt.

Damals war die Frankfurter Versicherungsgesellschaft der Vorreiter in diesem Versicherungszweig. Einst wurde die Rohrbruch- und Leitungswasserversicherung als Einzelversicherung angeboten, was heute allerdings nur noch selten der Fall ist.

In der Regel ist sie in anderen Versicherungen integriert und bildet dort einen separaten Baustein.

Bei den gewerblichen Versicherungen ist die Rohrbruch- und Leitungswasserversicherung meist bei der Inhaltsversicherung zu finden und wird in Kombination mit der Sturm- und der Feuerversicherung abgeschlossen.

 

Wer ist bei Rohrbruch und Leitungswasserdefekt versichert?

Als Versicherungsnehmer wird das Unternehmen eingetragen bzw. dessen Besitzer. Versichert werden Gebäude und Gegenstände, wobei einzelne Gebäudeteile in der Regel nicht extra abgesichert werden können.

Fremdes Eigentum kann nicht versichert werden, es sei denn, es wurde eine individuelle Absprache mit dem Versicherer getroffen.

Es ist jedoch versichert, wenn der Versicherungsnehmer die Gegenstände zur Bearbeitung, Benutzung oder Verwahrung erhalten hat oder sie für einen Verkauf aufbewahrt.
Anders sieht die Sache aus, wenn mit dem Eigentümer der Gegenstände eine Vereinbarung getroffen wurde, dass die Sachen nicht versichert werden brauchen.

Möglich ist zudem eine Versicherung der Interessen, wenn der Versicherungsnehmer nicht Eigentümer der versicherten Gegenstände ist.
Die Höhe des Versicherungswertes wird durch das Interesse des Eigentümers der Sachen bestimmt.

Der Firmensitz des Versicherungsnehmers gilt als Versicherungsort.

Damit besteht ein Schutz durch die Versicherung auch nur beschränkt auf diese Räumlichkeiten. Bezeichnet werden im Versicherungsvertrag Gebäude und Räume sowie Grundstücke.

 

Die Extended Coverage Versicherung

Diese Versicherung beinhaltet wesentliche Bestandteile der Rohrbruch- und Leitungswasserversicherung und stellt damit eine gute Erweiterung der üblichen Inhaltsversicherung für Unternehmen dar.

Verschiedene Versicherungsanbieter offerieren eine solche Versicherung.

Interessant ist hier, dass die Verträge rechtlich selbstständig sind. Das heißt, sie können je nach Risikogruppe eigenständig abgeschlossen und gekündigt werden.

Die Vereinbarungen, die für die übrigen Versicherungsteile getroffen wurden, bleiben unberührt.

Eine Risikogruppe betrifft das Leitungswasser-Risiko, wobei Sturm und Hagel, Einbruchdiebstahl, Raub oder Vandalismus nach Einbruch ebenfalls integriert werden können.

10. Was ist eine Einbruchdiebstahlversicherung?

 

Die Einbruchdiebstahlversicherung ist keine einzelne Versicherung, sondern einer der Bausteine der Firmenversicherung.

Individuell werden Vereinbarungen und Klauseln getroffen, die den Versicherungsschutz des Unternehmers regeln.

Wichtig ist, dass bestimmte Vorsorgemaßnahmen im Unternehmen getroffen werden müssen, damit die Versicherung in Leistung geht.

So muss zum Beispiel eine Einbruchmeldeanlage installiert werden, teilweise wird auch der Einsatz von Bewachungsunternehmen gefordert. ‚

Der genaue Umfang der seitens des Versicherungsnehmers zu erbringenden Leistungen ist allerdings von Versicherung zu Versicherung verschieden.

Versicherte Risiken bei Einbruchdiebstahlversicherung

Zum einen sichert die Einbruchdiebstahlversicherung das benannte Risiko ab, zum anderen wird auch das Risiko des Vandalismus nach einem Einbruch abgedeckt.

Der Versicherer bietet eine Entschädigungsleistung dafür an, dass versicherte Sachen gestohlen wurden. Auch die Zerstörung oder Beschädigung der versicherten Sachen ist im Versicherungsumfang inbegriffen.

Als Grundlage für die Leistung ist ein Schaden durch Einbruchdiebstahl, Raub innerhalb eines Grundstücks oder Gebäudes, Vandalismus im Rahmen eines Einbruchs oder Raub auf Transportwegen zu sehen.

Wichtig:
Der Versicherungsschutz erstreckt sich nur auf die Risiken, die auch im Versicherungsschein genannt werden.

Nicht versichert sind Schäden, die durch Blitzschlag, Explosion, Brand, Absturz oder Anprall eines Luftfahrzeuges entstanden sind.

Auch Überschwemmung und Erdbeben bzw. die dadurch entstandenen Schäden sowie der Raub auf Transportwegen, wenn mehr Transporte als vereinbart gleichzeitig unterwegs sind, können nicht versichert werden. Ein hierbei auftretender Schaden fällt zu Lasten des Versicherungsnehmers.

Was ist überhaupt Einbruchdiebstahl?

Die Versicherer haben genaue Definitionen für einen Einbruchdiebstahl.

Wenn ein Dieb mit Hilfe eines Schlüssels, der ihm unberechtigt zur Verfügung steht, in ein Gebäude gelangt oder wenn er in ein Gebäude einbricht, dann handelt es sich um einen Einbruchdiebstahl.

Das gilt auch dann, wenn der Dieb ein Behältnis in einem Raum des Gebäudes aufbricht oder einen Nachschlüssel für die Öffnung benutzt.

Hält sich der Dieb in einem Gebäude verborgen oder schleicht er sich in selbiges ein und entwendet von dort Sachen, so ist ebenfalls die Definition des Einbruchdiebstahls erfüllt.
Ein solches Vergehen liegt auch dann vor, wenn der Dieb einen ordentlichen Schlüssel benutzt, den er zuvor entwendet hat.

Wenn der Dieb bei seinem Einbruch versicherte Sachen vorsätzlich beschädigt oder gänzlich zerstört, so handelt es sich um Vandalismus. Dieser ist im Rahmen der Einbruchdiebstahlversicherung ebenfalls versichert.

11. Was ist eine Elektronikversicherung?

Im Rahmen der gewerblichen Inhaltsversicherung kann eine Elektronikversicherung abgeschlossen werden, die jedoch nicht mit der privaten Elektronikversicherung verwechselt werden darf.

Die Elektronikversicherung für Unternehmen wird entweder einzeln oder als Baustein der kombinierten Inhaltsversicherung abgeschlossen und ergänzt die Absicherung der zahlreichen Risiken, denen ein Unternehmen unterliegt.

Der Sinn der Elektronikversicherung liegt darin, die vielen Risiken kalkulierbar zu machen und dafür zu sorgen, dass der Ausfall elektronischer Geräte keinen allzu hohen wirtschaftlichen Schaden anrichten kann.

 

Was kann bei einer Elektronikversicherung versichert werden?

Sämtliche technischen Einrichtungen können über die Elektronikversicherung abgesichert werden. Dabei müssen diese technischen Einrichtungen einigen Anforderungen genügen.

Sie sollen zum Beispiel der Erzeugung oder der Umwandlung sowie dem Transport und der Speicherung von Informationen zuträglich sein.

Computer, Faxgerät, Mess- und Prüfgeräte oder auch Telefonanlagen können in der Elektronikversicherung abgesichert werden.

Möglich ist zudem die Vereinbarung von zusätzlichen Bausteinen, damit die Elektronikversicherung umfangreicher wird.

So können Daten versichert werden. Im Rahmen der Daten-Versicherung werden die Kosten abgesichert, die für eine Wiedereingabe von Daten nach einem Sachschaden entstehen können.

Die Software-Versicherung hingegen deckt die Kosten ab, die für eine Wiedereingabe von Daten entstehen, die ohne vorhergegangenen Sachschaden verloren gegangen sind.

Des Weiteren können Aufräum– und Entsorgungskosten abgesichert werden. Einen ganz besonderen Schutz bietet die Betriebsunterbrechungsversicherung, die ebenfalls eintritt, wenn der Ausfall der elektronischen Anlagen zu einer Unterbrechung des Betriebs führt.
Dann sind zumindest die laufenden Kosten gedeckt, die auch ohne Einnahme eines Gewinns aufgebracht werden müssen.

Der Ausfall der Elektronik kann dazu führen, dass der gesamte Betrieb stillsteht.

Solche Störungen treten meist ohne Vorankündigung auf, das heißt, der Unternehmer hat keine Chance, sich darauf vorzubereiten. Die wirtschaftlichen Folgen eines solchen Totalausfalls können verheerend sein.

 

Verschiedene Formen der Elektronikversicherung

Bei der Elektronikversicherung handelt es sich um eine Neuwert-Versicherung.

Das heißt, bei einem Teilschaden werden die Wiederherstellungskosten, Kosten für Ersatzteile und Reparaturen sowie Kosten für Arbeitszeit, Fracht und Fahrt erstattet, wobei keine Abzüge geltend gemacht werden.
Liegt ein Totalschaden vor, so übernimmt die Versicherung die Kosten für eine Neubeschaffung.

Unterschieden wird bei der Elektronikversicherung in verschiedene Formen.

So gibt es die pauschale Elektronikversicherung, die betriebliche Inhaltsversicherung inklusive einer Elektronikversicherung, die Elektronikversicherung, die in der Allgefahrendeckung enthalten ist und die Software-Versicherung.

Die pauschale Elektronikversicherung ermöglicht die pauschale Versicherung sämtlicher elektronischer und elektrotechnischer Geräte im Unternehmen. Es wird eine Versicherungssumme angenommen, die nicht zwingend dem reellen Wert der versicherten Gegenstände entspricht.

Daher ist auch keine Mitteilung an den Versicherer zu geben, wenn später einmal ein Gerät ausgetauscht wird, denn dieses ist in der pauschalen Summe der Versicherung enthalten.

Allerdings kann hier auch leicht eine Unterversicherung auftreten, was zur Folge hat, dass eventuelle Kosten seitens der Versicherung nicht getragen werden.

Die Kosten, die über die vereinbarte Versicherungssumme hinaus entstehen, muss der Versicherungsnehmer selbst tragen.

Ändert sich daher die Versicherungssumme, so sollte der Versicherungsnehmer dies dem Versicherer direkt anzeigen, damit der Versicherungsschutz in ausreichendem Maße gewährleistet ist.

12. Was ist eine Maschinenversicherung?

Moderne Maschinen sind heute in deutlich größerem Ausmaß dafür verantwortlich, dass die Produktion in einem Unternehmen reibungslos läuft oder dass Dienstleistungen erstellt werden können.

Allerdings sind diese Maschinen an hohe Investitionen geknüpft und die Anschaffungspreise sind eine starke finanzielle Belastung. Die Maschinen müssen permanent in Betrieb sein, damit sie sich rechnen.

Leider sind moderne Anlagen aber auch sehr störanfällig, wobei Störungen im schlimmsten Fall zur Betriebsunterbrechung führen können.

Aus betrieblicher Sicht ist es daher eine Notwendigkeit, eine Maschinenversicherung abzuschließen, damit das Risiko eines Schadens zu einer finanziell kalkulierbaren Größe wird.

 

Fahrbare und stationäre Maschinen

Alle Arten von Maschinen – gleich, ob fahrbar oder stationär – werden in der Maschinenversicherung abgesichert. Auch technische Anlagen sowie Geräte können versichert werden.

Der Versicherungsvertrag enthält eine konkrete Auflistung sämtlicher Versicherungsgegenstände, die Liste ist ein Bestandteil des Vertrags zwischen Versicherung und Versicherungsnehmer.

Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, keine Einzelversicherung abzuschließen, sondern lediglich auf eine Pauschalversicherung zu bauen.

Dann müssen einzelne Neuanschaffungen nicht gemeldet werden, wenn sie alte Maschinen ersetzen und den bestehenden Wert nicht wesentlich erhöhen.
Es werden Sammelpositionen der Maschinen und Anlagen angelegt, für deren Beschreibung einfach Oberbegriffe oder räumliche Beschreibungen verwendet werden.

 

Was ist in der Maschinenversicherung abgesichert?

Versichert sind Schäden, die mit dem Betrieb der Anlagen zusammenhängen. So können menschliche Unzulänglichkeiten – dazu zählen Ungeschicklichkeit, Bedienungsfehler und Böswilligkeit – abgesichert werden.

Des Weiteren beinhaltet die Maschinenversicherung Kosten wegen Fehlern an der Maschine selbst. Technische Störungen sind ebenfalls abgesichert, hierzu zählen Kurzschluss, Überstrom, Überspannung, Schäden durch Fremdkörper oder Schäden durch einen Mangel an Schmiermitteln oder Wasser.

Tritt ein Schaden aufgrund einer Explosion oder eines Brandes ein, so trägt die Kosten für die Beseitigung der Schäden die Maschinenversicherung.

Der Versicherte kann seine Anlagen und technischen Geräte zudem gegen Naturgewalten absichern.
Dazu zählen Überschwemmung, Hochwasser, Frost oder Blitzschlag.

Versichert werden kann das Abhandenkommen durch Einbruchdiebstahl, Raub oder Diebstahl.

Zusätzlich können verschiedene Schäden, die mit der Montage, der Demontage oder des Transports der Maschinen in Zusammenhang stehen, abgesichert werden.

Außerdem trägt die Maschinenversicherung die Kosten für das Aufräumen und Entsorgen nach einem Schadensfall, Entsorgungs- und Dekontaminierungskosten für Erdreich sowie Bewegungs- und Schutzkosten.

 

Was ist bei einer Maschinenversicherung nicht versichert?

Die Maschinenversicherung bietet keinen Schutz vor Schäden, die durch Krieg, innere Unruhen oder Erdbeben ausgelöst wurden. Auch grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz sind hier nicht versichert.

Ist ein Schaden auf einen Lieferanten oder Hersteller zurückzuführen, ist also ein Dritter Verursacher des Schadens, so trägt die Maschinenversicherung die Kosten nicht.

Möglich ist der Abschluss zum Beispiel einer separaten Feuerversicherung, damit auch in der Maschinenversicherung nicht gedeckte Schäden versichert sind.

Ebenfalls nicht versichert sind Hilfs- und Betriebsstoffe, die für die Maschine verwendet werden, Werkzeuge und Öle. Zudem können Verschleißteile nicht versichert werden, so zum Beispiel Schläuche und Filtertücher.

Diese Teile müssen mehrmals pro Maschinenleben ausgetauscht werden und unterliegen keinem eigenen Versicherungsschutz.

13. Was ist eine Montageversicherung?

Die Montageversicherung ist eine der ältesten Versicherungen für technisches Zubehör, die überhaupt für Unternehmen erhältlich sind.

Die Anfänge gehen bis in das Jahr 1925 zurück.

Geboten wird ein Schutz vor Schäden, die durch Montagevorgänge an Maschinen verursacht werden. Die Versicherung richtet sich vor allem an Lieferanten, Hersteller und Montageunternehmen von Maschinen und technischen Anlagen.

 

Individuelle Abstimmung

Die Montageversicherung wird individuell auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt. So kann es sein, dass eine Police nur wenige Monate läuft, eine andere hingegen über viele Jahre hinweg.

Große Versicherungsvorhaben werden meist nicht nur von einem Anbieter allein getragen, sondern durch einen Versicherungszusammenschluss.
Somit wird das Risiko für einen einzelnen Versicherer deutlich gesenkt.

Ebenso wird der Versicherungsumfang für den Einzelfall abgestimmt, was sich auf Versicherungssumme und zu zahlende Prämie auswirkt.

 

Was ist bei einer Montageversicherung versichert?

Innerhalb der Zeit einer Montage bietet die Versicherung einen umfassenden Schutz. Beteiligt sind dabei sowohl Haupt- als auch Subunternehmer. Montage und Demontage sind versichert, auch die Demontage zum Verkauf einer Anlage kann in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden.

Des Weiteren ist die Remontage in Verbindung mit Probeläufen einer Maschinen oder einer Anlage versichert.
Dabei sind sowohl Neu- als auch Gebrauchtgeräte versichert. Hinzu kommen technische Anlagen, die mit den einzelnen Maschinen verbunden sind, und Reserveteile.

Versichert sind die Gegenstände gegen Beschädigung und Zerstörung aufgrund von Bedienungs- oder Montagefehlern. Brand-, Blitzschlag- und Explosionsschäden sind ebenfalls im Versicherungsumfang enthalten.

Dazu kommen Material- oder Werkstattfehler, Guss- und Konstruktionsfehler.
Verlust oder Diebstahl von Material sowie höhere Gewalt werden zusätzlich über die Montageversicherung abgedeckt.

 

Mit oder ohne Selbstbeteiligung?

Üblicherweise vereinbaren Assekuranz und Versicherungsnehmer eine Selbstbeteiligung pro Schadensfall.

Damit lassen sich die Prämien bis zu einem gewissen Grad senken, außerdem muss nicht jeder kleinere Schaden gegenüber der Versicherung gemeldet werden (die bei häufigen Schäden leicht mit einer Kündigung des Vertrags reagieren kann).

Bei kleineren Schadensfällen wird die Selbstbeteiligung meist auf eine Höhe von 250 Euro

festgelegt. Geht es um Großaufträge, wie zum Beispiel den Bau einer Brücke, kann die Selbstbeteiligung sogar im sechsstelligen Bereich liegen.

Üblich ist die Entschädigung des Versicherungsnehmers bei einem Totalschaden bis zur Versicherungssumme, die bei Vertragsschluss vereinbart wurde.

Der Materialwert sowie die erforderlichen Leistungen werden bei der Entschädigung berücksichtigt.
Ist die Maschine oder das Gerät nur teilweise beschädigt worden und ist eine Reparatur möglich, so trägt die Versicherung die Kosten für die Instandsetzung.

Abgeschlossen werden kann ein Einzelvertrag, bei dem ein bestimmtes Projekt versichert wird. Auch eine Generalversicherung ist möglich, bei der jede Montagetätigkeit abgesichert ist.

Zuletzt sei der Umsatzvertrag genannt, der sich am Volumen der Montagen orientiert und bei dem die Abrechnung einmal pro Jahr erfolgt.

14. Was ist eine Garantieversicherung?

Herstellungs- und Handelsbetriebe vergeben auf die von ihnen vertriebenen Produkte eine Garantie.

Das Garantieversprechen kann aber teilweise auf einen Versicherer abgewälzt werden, wenn eine Garantieversicherung abgeschlossen wird.

Versichert werden können dabei die Reparatur- und Nachbesserungskosten.

Was kann in der Garantieversicherung versichert werden?

Eine Garantieversicherung kann für alle Maschinen und maschinellen Einrichtungen abgeschlossen werden, die von einem Hersteller oder Händler verkauft werden.

Auch einzelne Geräte oder Konstruktionen mit oder ohne maschinelle oder mechanische Einrichtungen können in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden.

Nicht inbegriffen sind in der Versicherung jedoch Verschleißteile, wozu Bohrer, Messer, Sägeblätter, Stempel, Ketten, Riemen, Transportbänder oder Brechwerkzeuge zählen. Diese unterliegen einem mehr oder weniger hohen Verschleiß, weshalb hier ohnehin keine Garantie greift.

Versichert ist nicht nur der eigentliche Schaden, sondern auch die Folgeschäden können abgesichert werden. Diese können durch Guss- oder Materialfehler, durch falsche Konstruktionen sowie Fehler in der Montage oder Berechnung auftreten.
Der Versicherungsnehmer hätte diese Schäden zu verantworten, dies ist in den Verkaufs- und Lieferbestimmungen geregelt.

Wichtig:
Die eigentlichen Fehler sind nicht versichert. Das bedeutet, dass nur die Folgen einer unternehmerischen Schlechtleistung versichert werden können, nicht die eigentliche Leistung.

Außerdem werden vorzeitige Verschleißschäden nicht versichert, wenn Konstruktion und Material den Anforderungen des Nutzers nicht gewachsen sind.

Des Weiteren sind dauernde Betriebseinflüsse nicht versichert. Dazu zählen zum Beispiel Rost oder Erosion, sofern sie nicht durch einen der bereits genannten Fehler verursacht werden.

Schäden durch eine nicht ausreichende Wartung, durch eine unsachgemäße Behandlung oder durch einen Material- oder Konstruktionsfehler, der bereits vor dem eigentlichen Schadensfall bestand, werden nicht in die Versicherung aufgenommen.
Schäden durch Kernenergie und Ersatzansprüche aus Vertragsstrafen werden von den Versicherern für eine Leistung ausgeschlossen.

Was wird im Schadensfall von der Garantieversicherung ersetzt?

Handelt es sich um einen Teilschaden, so werden die Kosten für die Wiederherstellung ersetzt. Erreicht werden soll damit der betriebsfähige Zustand.

Liegt ein Totalschaden vor, so erfolgt der Ersatz in Höhe des Zeitwerts vor dem Schaden. Überstunden- und Eilfrachtzuschläge werden versichert und ersetzt. Grundsätzlich gilt bei der Garantieversicherung, dass 20 Prozent der Entschädigung als Selbstbehalt abgezogen werden.

Teilweise sind hier andere Vereinbarungen mit den Versicherern möglich, allerdings kommt niemand um den Selbstbehalt herum.

Dies schlägt sich aber natürlich in der Höhe der Prämien nieder, die mit steigendem Selbstbehalt deutlich niedriger ausfallen.

Der Beitrag selbst wird nach der Art der zu versichernden Sachen sowie nach der Dauer der Garantiezeit bemessen. Je länger die Garantiezeit andauert, desto höher sind die Beitragssätze angelegt.

Wichtig:
Nicht alle Risiken werden versichert, die Versicherungsanbieter unterziehen den Versicherungsvertrag einer peniblen Prüfung. Für viele elektronischen Produkte ist es daher nicht möglich, eine Garantieversicherung abzuschließen.

 

15. Wie gestalten sich die Kosten für eine Gewerbeversicherung?

Eine pauschale Aussage zu den Kosten einer Gewerbeversicherung kann hier natürlich nicht getroffen werden.

Zu groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern.

Zudem werden unterschiedliche Rabatte gewährt und die Prämie ist abhängig von den versicherten Inhalten.

 

Auf die Gewerbeversicherung verzichten?

Viele Unternehmer und Freiberufler sind der Meinung, dass die Gewerbeversicherung eine verzichtbare Versicherung sei. Solange keine Schadensfälle eintreten, mag dies auch richtig sein.

Doch was, wenn es tatsächlich zu einem Schadensfall kommt? Die Kosten können so hoch sein, dass das Unternehmen in seiner wirtschaftlichen Existenz bedroht ist.

Vor allem die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung wird in ihrer Wichtigkeit oft unterschätzt, doch auch die Inhaltsversicherung mit ihren verschiedenen Bausteinen sowie die Gewerbehaftpflichtversicherung sind unverzichtbar. Die Gewerbeversicherung schützt vor Kosten, deren Ausmaß eine unkalkulierbare Größe darstellen.

Wichtig ist, genau hinzusehen und die Kosten bei den einzelnen Anbietern zu vergleichen.

Eine pauschale Gewerbeversicherung nutzt niemandem etwas, sie deckt meist nicht einmal die individuellen Risiken ab.

Es ist bei einem Vergleich daher darauf zu achten, dass die versicherten Bausteine dem tatsächlichen Bedarf entsprechen.

 

Wonach richtet sich der Beitrag in der Gewerbeversicherung?

Verschiedene Faktoren beeinflussen den Beitrag für die Gewerbeversicherung.
Zum einen kann sich die Prämie nach dem Umsatz des Unternehmens richten, auch die Anzahl der Mitarbeiter spielt eine Rolle.

Je nach Branche, in der Sie tätig sind, unterscheiden sich ebenfalls die Beiträge pro Jahr.

Letzten Endes darf natürlich die Höhe der vereinbarten Versicherungssumme nicht außer Acht gelassen werden, denn je höher diese Summe ist, desto höher ist natürlich auch der zu entrichtende Beitrag.

Die Gewerbeversicherung wird zudem teurer, je mehr Bausteine versichert werden. Wer einen besonders umfassenden Schutz haben möchte, wird natürlich deutlich mehr bezahlen als derjenige, der nur die Grundversicherungen nutzt. Dennoch gilt es zu beachten, dass die Bausteine, die individuell am wichtigsten sind, versichert werden.

Wer zum Beispiel in der Produktion tätig ist, wird um eine Betriebsunterbrechungsversicherung nicht umhin kommen, denn ein Schadensfall kann die Produktion für Tage oder sogar Wochen unterbrechen.

Während dieser Zeit werden keine Gewinne eingefahren, die laufenden Kosten müssen aber gedeckt werden – im Idealfall mit Hilfe der entsprechenden Versicherung.

Wer auf eine funktionierende Elektronik oder auf Computeranlagen angewiesen ist, sollte natürlich auch über eine Software- und/oder Elektronikversicherung nachdenken.

So muss das individuelle Risiko analysiert werden, darauf aufbauend kann die passende Versicherung ausgewählt werden. Dann heißt es, die einzelnen Anbieter miteinander zu vergleichen und das beste Angebot zu finden.

16. Der Vergleich der Gewerbeversicherungen

Jeder Anbieter einer Gewerbeversicherung sichert die verschiedenen Risiken unterschiedlich ab.

So gibt es Teile der Gewerbeversicherung, die unterscheiden sich je nach Anbieter um bis zu 40 Prozent bezogen auf die zu entrichtende Prämie.

Da lohnt es sich für Selbstständige und Freiberufler in jedem Fall, genauer hinzusehen und einen eingehenden Vergleich anzustreben.

Die Risiken in Gruppen einteilen

Wichtig ist, dass Sie zuerst einmal Ihr individuellen Schadensrisiko kennen.

Worauf können Sie in Ihrem Unternehmen am wenigsten verzichten?
Sind es Maschinen und Anlagen, ist es die Computertechnik oder kann Sie eine Schadensersatzforderung aufgrund falscher Beratung in den Ruin treiben?

 




Denn genau darum geht es bei der Gewerbeversicherung:

Das individuelle Risiko soll so gering wie möglich für Sie sein. Sie müssen herausfinden, welche Risiken für Sie und Ihr Unternehmen existenzbedrohend sind und welche eventuellen Schadensfälle demnach besonders abgesichert werden müssen. Teilen Sie diese Risiken in Stufe eins ein.

Danach folgen Risiken der zweiten Stufe:

Das sind Risiken, die gerade noch so zu verkraften sind, die aber hart an die finanziellen Grenzen gehen. Risiken der Stufe drei hingegen können verschmerzt werden.

Es ist zwar gut, wenn die entsprechenden Schäden eine Versicherung übernimmt, jedoch könnten sie im Ernstfall auch selbst beglichen werden.

Wenn Sie nun wissen, welche Schäden unbedingt abgesichert werden müssen, können Sie sich gezielt auf die Suche nach einer passenden Gewerbeversicherung begeben.

 

Die Angebote vergleichen

Beim Vergleichen der Angebote für eine Gewerbeversicherung heißt es, genau hinzuschauen. Gerade in Bezug auf die Kombiprodukte gilt, dass hier oft Risiken versichert werden, die im Einzelfall gar nicht benötigt werden.

Diese einzelnen Versicherungsbausteine werden bezahlt, kommen jedoch nie zum Tragen. Einzeln gekündigt werden können sie aber auch nicht. Daher sollte lieber etwas mehr Zeit aufgewendet werden, damit der passende Versicherungsanbieter gefunden wird.

Die Preise für die Versicherungen unterscheiden sich zum Teil erheblich, sie liegen zwischen 20 und 40 Prozent je nach Anbieter auseinander. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch, auf die Vertragsbindung zu achten.

Denn selbst wenn ein Anbieter momentan eine sehr günstige und allumfassende Gewerbeversicherung anbietet, dieser aber seine Versicherungsnehmer für fünf Jahre bindet, kann dies ungünstig sein.
Werden während dieser Zeit die Prämien erhöht oder gibt es längst günstigere Anbieter auf dem Markt, so kann kein Wechsel zu diesen hin stattfinden.

Besser ist es, eine kürzere Vertragsbindung zu wählen, idealerweise nur für die Dauer von einem Jahr.

So kann jährlich neu entschieden werden, ob der gewählte Versicherer noch die beste Wahl ist oder ob es nicht längst einen besseren Partner in Versicherungsfragen gibt.

17. Entschädigungen durch die Versicherung

In welcher Art und Höhe die Entschädigung durch die Versicherung gezahlt wird, ist in den Allgemeinen Versicherungsbestimmungen festgeschrieben.

Die Art und Weise ist dabei bei allen Anbietern gleich, die Höhe jedoch wird individuell vereinbart und richtet sich nach dem versicherten Gegenstand und dessen Wert.

Zur Fälligkeit der Zahlung

Der Versicherer stellt zuerst einmal fest, ob der Anspruch des Versicherungsnehmers berechtigt ist.
Danach wird die Entschädigung fällig. In der Regel wird von einem Monat Zahlungsfrist ausgegangen, wenn der Schaden gemeldet wurde.

Dann wird meist eine Abschlagszahlung gezahlt, die dem Zeitwert der Sache entspricht.

Der Teil der Entschädigung, der über den Zeitwert hinaus geht, wird gezahlt, wenn der Versicherungsnehmer gegenüber dem Versicherer die Wiederherstellung oder Neubeschaffung der Sache nachgewiesen hat.

Findet die Wiederherstellung der Sache nicht innerhalb eines festen zeitlichen Rahmens statt, kann der Versicherer die Rückzahlung der Leistung verlangen.

Findet die Zahlung nicht innerhalb eines Monats nach Meldung des Schadens statt, so muss der Rückzahlungswert verzinst werden.

Der Zinssatz kann dabei bis zu vier Prozent pro Jahr betragen.
Diese Zinsregelung gilt nicht, wenn der Versicherungsnehmer eine Verzögerung der Entschädigungszahlung zu verantworten hat.

Außerdem hat der Versicherer die Möglichkeit, die Zahlung zurückzuhalten, solange Zweifel an der Richtigkeit derselben bestehen.

Das Sachverständigenverfahren

Der Versicherungsnehmer hat das Recht, die Höhe des Schadens in einem Versicherungsfall durch einen Sachverständigen überprüfen zu lassen. Möglich ist auch, dass Versicherung und Versicherungsnehmer das Verfahren gemeinsam einleiten.

Dabei gilt, dass beide Parteien einen Sachverständigen vorschlagen, sie können sich aber auch auf einen Gutachter einigen.

Der Versicherer darf keinen Sachverständigen vorschlagen, der Mitbewerber des Versicherungsnehmers ist oder in einer Geschäftsbeziehung zu diesem steht.

Die Sachverständigen ihrerseits benennen gegenüber Versicherer und Versicherungsnehmer einen Obmann, sozusagen einen dritten Gutachter.

Im Sachverständigengutachten wird ein Verzeichnis der zerstörten, beschädigten oder gestohlenen Sachen aufgeführt. Außerdem werden die aktuellen Versicherungswerte genannt.

Die jeweiligen Feststellungen werden an beide Parteien übermittelt, sind hier Abweichungen zu erkennen, so wird die Sache dem Obmann übergeben. Seine Feststellungen sind dann für beide Seiten verbindlich.

Daraufhin wird die Entschädigung durch den Versicherer berechnet und an den Versicherungsnehmer ausgezahlt.

Die Kosten für den Sachverständigen trägt jede Partei selbst, die Kosten für den Obmann werden aufgeteilt.

 

18. Obliegenheitsverletzungen und grobe Fahrlässigkeit

 

Die Pflichten eines Versicherungsnehmers werden auch als Obliegenheiten bezeichnet.

Diese muss er erfüllen, damit er die Leistungen gemäß des Versicherungsvertrags erhalten kann.

Welche Obliegenheiten gibt es?

Schon vor Beginn des Versicherungsvertrags sind die ersten Obliegenheiten zu erfüllen. Dabei handelt es sich um die so genannten Anzeige- und Auskunftspflichten des Versicherungsnehmers.

Während der Laufzeit des Vertrags ist der Versicherungsnehmer dazu verpflichtet, jegliche Veränderung an der versicherten Sache mitzuteilen.
Bei einer pauschalen Versicherung muss jedoch nicht jede Anschaffung oder jeder Austausch eines Gegenstandes benannt werden, wenn sich damit der Versicherungswert nicht wesentlich ändert.

Tritt ein Versicherungsfall ein, so ist der Versicherte dazu verpflichtet, weiteren Schaden abzuwenden und seiner Minderungspflicht nachzukommen.

Durch eine Verletzung der Obliegenheiten kann der Versicherer unter bestimmten Bedingungen leistungsfrei werden.

 

Obliegenheiten vor Eintritt des Versicherungsfalls

Der Versicherungsnehmer ist dazu verpflichtet, sämtliche gesetzlichen und vertraglichen sowie durch Behörden auferlegte Sicherheitsvorschriften einzuhalten.
Wenn eine zuständige Behörde einer Abweichung der Sicherheitsvorschriften zugestimmt hat, so beeinträchtigt dies die Leistungspflicht des Versicherers nicht.

Wichtig ist überdies, dass der Versicherte die übrigen Obliegenheiten strikt einhält, die im Versicherungsvertrag vereinbart wurden.

Wichtig: Wenn der Versicherer von einer Verletzung der Obliegenheiten (durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit) in Kenntnis gerät, kann er binnen eines Monats fristlos vom Versicherungsvertrag zurücktreten.

Bei Nachweis des fehlenden Vorsatzes oder der fehlenden Fahrlässigkeit ist dieses Sonderkündigungsrecht jedoch ausgeschlossen.

 

Obliegenheiten bei Eintritt des Versicherungsfalls

Nach Möglichkeit muss der Versicherte dafür sorgen, dass der Schaden nicht noch vergrößert wird. Im besten Fall soll eine Schadensminderung oder Abwendung des Schadens erfolgen. Nach Kenntnisnahme des Schadens muss der Versicherte die Assekuranz unverzüglich über den Versicherungsfall informieren.

Die Anzeige sollte schriftlich erfolgen, kann aber vorab auch mündlich oder telefonisch vorgenommen werden. Dabei erhält er vom Versicherer Weisungen zur Abwendung oder Minderung des Schadens.

Sind mehrere Versicherer beteiligt, so darf der Versicherungsnehmer nach pflichtgemäßem Ermessen entscheiden, wie die Schadensminderung zu erfolgen hat.

Wichtig ist überdies, dass strafbare Handlungen durch den Versicherten gegenüber der Polizei angezeigt werden. Gemeinsam wird durch Polizei und Versicherer ein Verzeichnis der beschädigten oder gestohlenen Sachen angefertigt. Dafür muss der Versicherte den Schadensort unverändert lassen, bis die Schadensaufnahme erfolgt ist.

In dem für den Versicherten möglichen Maße ist dieser dazu verpflichtet, auf Verlangen des Versicherers weitere Auskünfte zu erteilen, damit der Versicherungsfall konkret festgestellt und der Leistungsanspruch berechnet werden kann.

Dabei müssen auch angeforderte Belege beigebracht werden, die nötigenfalls erst noch besorgt werden müssen.

Keine Leistung bei Verletzung der Obliegenheiten

Bei vorsätzlicher Verletzung einer Obliegenheit durch den Versicherungsnehmer besteht eine Leistungsfreiheit für den Versicherer.

Wird eine grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen, so kann der Versicherer seine Leistung in dem Maße kürzen, das dem Grad des Verschuldens entspricht. Das heißt, je schwerer die Fahrlässigkeit wiegt, desto geringer fällt die Entschädigung aus. Der Versicherungsnehmer ist in der Beweispflicht, wenn es um das Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit geht.

Eine teilweise oder vollständige Leistungsfreiheit des Versicherers besteht bei Verletzung der Auskunfts- oder Anzeigepflicht des Versicherten nur dann, wenn dieser schriftlich auf die Folgen hingewiesen worden ist.

Der Versicherer ist von der Leistung befreit, wenn der Versicherungsnehmer diesen arglistig getäuscht hat.

Diese arglistige Täuschung kann über den Grund des Schadens oder über die Höhe von Entschädigungen gehen. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz kann der Versicherer den Vertrag fristlos kündigen.

Wichtig:
Eine Fahrlässigkeit kann in der Versicherungspolice mit abgedeckt werden.

Dann allerdings steigen die Prämien in immense Höhen.

Hier sollte der Versicherte gut abwägen, ob Fahrlässigkeit ein Versicherungsbaustein sein soll oder nicht. In der Regel rechnet sich dies nämlich nicht.

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