Gewerbe anmelden

Gewerbe anmelden

Mit dem Zeitpunkt der Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit muss auch deren Anmeldung gegenüber dem Gewerbeamt erfolgen.
Dazu wird der so genannte Gewerbeschein beantragt.

Beantragt wird bei der Anmeldung der Gewerbeschein.

Wird dieser ausgestellt, so wird das Gewerbe allen Behörden und anderen zuständigen Stellen gegenüber angezeigt.

In erster Linie ist eine solche Behörde das Finanzamt, aber auch die Handwerkskammer kann in Frage kommen.

Das Gewerbeamt muss aber nicht immer persönlich aufgesucht werden, damit die Anmeldung vorgenommen werden kann.

Teilweise ist es auch möglich, einen schriftlichen Antrag auf Ausstellung des Gewerbescheins zu stellen, was aber von der Art des Gewerbes abhängig ist.

Alle Unterlagen, die dann benötigt werden, müssen in Kopie dem Antrag beigelegt werden.

Immer mehr Gewerbeämter verzichten ohnehin auf das persönliche Aufsuchen durch den Gewerbetreibenden und bieten die nötigen Formulare online an.

Allerdings ist eine vollständige Rücksendung online kaum möglich, denn die Gewerbeanmeldung muss persönlich unterschrieben worden sein.

Die Beantragung selbst muss aber durch den Gewerbetreibenden persönlich vorgenommen werden.

Bei einer Personengesellschaft kann ein Geschäftsführer oder ein geschäftsführender Gesellschafter die Aufgabe der Anmeldung des Gewerbes übernehmen. Bei einer Kapitalgesellschaft wird die Anmeldung durch einen vertretungsberechtigten Geschäftsführer möglich.

Für einige Gewerbe ist eine Erlaubnis nötig, die ebenfalls beantragt werden muss. So etwa beim Gaststättengewerbe.

Die Erlaubnis wird beim zuständigen Ordnungsamt eingeholt, erst dann kann die Gewerbeanmeldung erfolgen.

Die Zuständigkeit des jeweiligen Ordnungsamtes richtet sich nach dem Ort, an dem die zukünftige Gaststätte oder das Hotel eröffnet werden sollen.

Der Antrag beim Ordnungsamt muss förmlich sein. Die nötigen Anträge werden mittlerweile von vielen Ordnungsämtern online bereitgestellt.

Notwendige Unterlagen für die Gewerbeanmeldung

Um die Gewerbeanmeldung durchführen zu können, werden verschiedene Unterlagen benötigt. Diese betreffen zum einen den Antragsteller direkt, zum anderen das Unternehmen.

Der Antragsteller muss seinen Personalausweis oder Reisepass mitbringen, damit
seine Identität belegt werden kann.

Wenn nicht der Unternehmer selbst beim Gewerbeamt auftritt, so muss eine Vollmacht für den Antragsteller erteilt werden, die auch unterschrieben sein muss.

Hinzu kommen die verschiedenen Erlaubnisse, die je nach Branche vorab eingeholt werden mussten.

Das kann die Handwerkskarte sein, aber auch die Maklererlaubnis oder ähnliches.

Für einen ausländischen Staatsangehörigen gilt, dass er eine gültige Aufenthaltsgenehmigung vorweisen muss, die von der zuständigen Ausländerbehörde ausgestellt worden sein muss.

Diese Erlaubnis muss beinhalten, dass der Betreffende dazu berechtigt ist, ein selbstständiges Gewerbe zu führen.

Dies gilt in erster Linie für Ausländer, die nicht aus einem der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union stammen.
Besteht ein begründeter Anlass, kann das Vorlegen eines polizeilichen Führungszeugnisses verlangt werden.

Unterlagen für das Unternehmen

Hinzu kommen die Unterlagen, die für das Unternehmen wichtig sind. Ist das Unternehmen im Handelsregister eingetragen, so muss der Nachweis über den Eintrag erbracht werden.

Das geschieht mit Hilfe eines Auszugs aus dem Handelsregister. Es kann auch sein, dass das Gewerbeamt eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister benötigt.

Ein Unternehmen, das in einem ausländischen Handelsregister geführt wird, muss ebenfalls die betreffenden Unterlagen zur Eintragung des Unternehmens vorlegen. Außerdem ist dafür eine deutsche Übersetzung notwendig, die auf eigene Kosten angefertigt werden muss, die aber in der Regel keiner Beglaubigung bedarf.

Ein ausländisches Unternehmen benötigt darüber hinaus eine inländische Anschrift sowie einen Inlandbevollmächtigten. Dieser muss eine entsprechende rechtsgültige Vollmacht auf Verlangen vorzeigen können.

Bei einer Gesellschaft muss der notariell beglaubigte Gesellschaftsvertrag vorgelegt werden.

Anschriften des Antragstellers und Unternehmens

Falls die Anschrift des Antragstellers von der des Unternehmens abweichend ist, so muss das Bestehen des Betriebes unter der genannten Anschrift nachgewiesen werden.

Das kann durch Vorlage einer Bestätigung seitens des Vermieters geschehen, durch einen Mietvertrag oder einen rechtsgültigen Eigentumsnachweis.

Fehlen bei der Anmeldung Unterlagen, so dürfen diese in der Regel noch nachgereicht werden.
Allerdings verzögert sich dann das Verfahren zur Anmeldung, denn meist lassen die Sachbearbeiter den Vorgang unbearbeitet liegen, bis alle Unterlagen vollständig sind.

Es ist also im Interesse eines zügigen Ablaufs und damit eines reibungslosen Starts in die gewerbliche Selbstständigkeit, wenn alle nötigen Unterlagen und Nachweise vorab zusammengetragen werden und dann geschlossen eingereicht werden können.

 

Wann das Gewerbe anmelden?

Wird seitens des Finanzamtes festgestellt, dass es sich bei der ausgeübten Tätigkeit nicht um eine freiberufliche Arbeit handelt, so muss ein Gewerbe angemeldet werden.

Es gibt allerdings auch Berufe, die von vornherein keine Zweifel zulassen und die als gewerblich gemeldet werden müssen.

Ein Gewerbe muss also angemeldet werden, wenn die Tätigkeit aufgenommen wird.

Genau genommen ist der Zeitpunkt entscheidend, zu dem die Absicht besteht, mit der jeweiligen Tätigkeit einen Gewinn zu erwirtschaften.

Ein Problem könnte daher jemand bekommen, der „probeweise“ eine Dienstleistung oder eine Ware auf dem Markt anbieten, „um mal zu sehen, ob man damit Erfolg haben könnte“.

Im Zweifelsfall ist derjenige in der Beweispflicht und zu beweisen, dass die Dienstleistungen und Waren zwar angeboten, jedoch nicht wirklich verkauft werden, dürfte sehr schwer bis unmöglich sein. So besteht die Gefahr eines Zwangsgeldes.

Die Anmeldung eines Gewerbes muss auch erfolgen, wenn ein bereits bestehendes Gewerbe übernommen werden soll oder wenn der Betrieb in eine andere Kommune verlegt wird.

Denn zuständig ist eben immer das Gewerbeamt in der Kommune, in deren Einziehungsgebiet das Unternehmen seinen Sitz hat.

Wird eine Zweigstelle gegründet, muss das ebenfalls gegenüber dem Gewerbeamt angezeigt werden.

Bei größeren Einschnitten, wie der Aufnahme eines neuen Gesellschafters oder des Wechsels der Rechtsform, ist die Neuanmeldung ebenfalls nötig.

Wer regelmäßig Waren verkauft, muss ein Gewerbe anmelden

Zu beachten ist in Bezug auf die steigenden Umsatzschancen über das Internet auch, dass jemand, der hier regelmäßig Waren veräußert, ein Gewerbe anmelden muss.

Der Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Wörtchen regelmäßig.

Wer nur selten oder einmal in größerem Umfang Waren veräußert, etwa, weil er geerbt hat oder eine neue Wohnung bezieht und nun den alten Krempel loswerden möchte, muss deshalb nicht gleich ein Gewerbe anmelden.
Doch wer die Waren veräußert und dies zum Zwecke der Gewinnerzielung tut, muss sich beim Gewerbeamt melden.

Das gilt auch dann, wenn die veräußerten Waren aus dem privaten Besitz stammen und nicht von einem anderen Händler direkt.

Um zu verhindern, dass es zu Problemen kommt, sollte sich der Betreffende also am besten immer schon vorab informieren, ob eine Anmeldung nötig ist oder nicht.

Waren in der Freizeit herstellen und vekaufen

Wer zum Beispiel in seiner Freizeit töpfert und seinem guten Freund eine selbst hergestellte Vase verkauft, besitzt damit noch kein Gewerbe. Wer nun aber denkt, er hätte mit den Vasen Erfolg und verkauft sie, damit er einen Gewinn erzielt, muss dies dem Gewerbeamt gegenüber anmelden.

Wichtig ist dabei aber, dass diese Gewinnerzielung auf Dauer angelegt ist.

Sollen also nur die restlichen Bestände der Werkstatt verkauft werden und danach werden keine neuen Exemplare der Vasen mehr gefertigt, muss kein Gewerbe anmelden.

 

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