Gewerbetreibende

Der Gewerbetreibende

Zusammenfassend könnte man sagen, dass jeder, der nicht als Freiberufler eingestuft wird oder in der Land- und Forstwirtschaft tätigt ist, dabei aber selbstständig arbeitet, ein Gewerbetreibender ist.

Die Tätigkeiten, die nicht im § 13 und im § 18 des Einkommenssteuergesetzes genannt sind, fallen unter die gewerblichen Tätigkeiten. Maßgeblich ist für sie der § 15 EStG.

Kriterien für eine gewerbliche Unternehmung sind also:

– Die Tätigkeit wird selbstständig ausgeübt und ist somit auch nicht abhängig.

– Die Tätigkeit ist nachhaltig, das heißt, sie ist auf Dauer angelegt und wird nicht nur für einen kurzen Zeitraum ausgeübt.

– Die Tätigkeit muss einen Nutzen für die allgemeine Wirtschaft haben und sich an ein breites Publikum wenden. Der Kreis, derjenigen, die davon profitieren, darf nicht geschlossen sein.

– Die Tätigkeit muss den Sinn der Erzielung von Gewinn haben. Sind die Ausgaben höher als die Einnahmen, liegt also ein Verlust vor, so ist auf Dauer nicht von einem Gewerbe zu sprechen.

– Die Tätigkeit wird nicht in der Land- und Forstwirtschaft ausgeübt.

– Es handelt sich nicht um eine freiberufliche Tätigkeit.

Unterschieden wird zwischen dem stehenden und dem wandernden Gewerbe, wobei das wandernde Gewerbe noch einmal in das Reisegewerbe und das Marktgewerbe aufgeteilt wird.

Hauptsächlich beschränken sich die Unterschiede zwischen diesen Formen auf die Fragen der Genehmigung.

 

Gewerbeordnung und Gewerbeschein

Die Ausübung des Gewerbes unterliegt in Deutschland der Gewerbeordnung.

Das bedeutet, dass jede gewerbliche Tätigkeit bei der Gemeinde an- und abgemeldet werden muss. Das wird auch als Gewerbeschein bezeichnet.

Der Beginn des Gewerbes ist aber nicht der Zeitpunkt, zu dem der Gewerbeschein beantragt wird, sondern der, an dem die selbstständige Tätigkeit aufgenommen wurde.

Die Anmeldung muss unmittelbar darauf erfolgen, darf aber auch rückwirkend vorgenommen werden. Allerdings gibt es dabei bestimmte Fristen zu beachten.

Die Einkünfte, die ein Gewerbetreibender erzielt, müssen bei der Steuererklärung angegeben werden. Sie zählen zu den sieben Einkunftsarten und zu den so genannten Gewinneinkünften.

Gegenüber den Freiberuflern besteht ein enormer Unterschied in der steuerlichen Behandlung.

Denn ein Gewerbetreibender muss zusätzlich Gewerbesteuern zahlen, nicht nur die üblichen Einkommenssteuern.
Die Gewerbesteuer wird auf den Gewinn berechnet.

 

Der Gewerbetreibende und die Steuer

Die Gewinne aus einem Gewerbebetrieb müssen bei der Steuererklärung angegeben werden.

Allerdings kann der Gewerbetreibende ähnliche Vorteile nutzen, wie ein Freiberufler, sofern er nicht im Handelsregister eingetragen ist und einen jährlichen Umsatz von 500.000 Euro und einen Gewinn von 50.000 Euro nicht überschreitet.

Für Kleinunternehmer gilt die Pflicht zur doppelten Buchführung nicht, sie können ihren Gewinn ganz einfach mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung aufzeichnen.

Hierbei muss das Zu- und Abflussprinzip beachtet werden, das besagt, dass Ausgaben oder Einnahmen immer zu dem Zeitpunkt als kontorelevant zu sehen sind, wenn sie tatsächlich auf selbigem erschienen sind.

Die Ausgabe, die im Dezember zwar gemacht, im Januar aber erst gebucht wurde, zählt für den Januar.
Das gilt auch für Einnahmen.

Wurde ein Auftrag im Dezember abgeschlossen, im Januar aber erst vom Kunden bezahlt, so gilt der Januar als Monat, in dem die Einnahme zu versteuern ist.

Doppelte Buchführung mit Software ausführen

Für diejenigen, die die doppelte Buchführung anwenden müssen, sei eine entsprechende Software empfohlen, mit deren Hilfe die korrekte Buchführung auch für Laien durchschaubar wird.

Für Kleinunternehmer gilt die Pflicht zur Bilanzierung nicht, alle anderen müssen in der jährlichen Bilanz Aktiva und Passiva gegenüber stellen. Auch einen Gewinn- und Verlustrechnung muss in de Fall erstellt werden.

Die Gewerbsteuer

Unternehmen wird gesetzlich vorgeschrieben, dass sie eine Gewerbesteuererklärung abgeben müssen.

Das gilt immer dann, wenn ihr Gewerbeertrag die Freisumme von 24.500 Euro übersteigt, wenn es sich um eine Kapitalgesellschaft handelt oder wenn ein Verein im Erhebungszeitraum mehr als 3900 Euro einnimmt.

Wird die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch genommen, so wird der Gewerbetreibende umsatzsteuerpflichtig.
Für sie gilt, dass sie die Umsatzsteuer abführen müssen, wenn die Rechnungslegung erfolgt ist und nicht, wenn der Geldbetrag tatsächlich eingegangen ist.

Das ist bei Freiberuflern anders, hier gilt die Ist-Besteuerung.

Doch auch ein Gewerbetreibender kann eine solche beim Finanzamt beantragen.

 

 

Gewerbe oder freier Beruf?

Als Gewerbe gilt jede Unternehmung, die selbstständig ausgeübt wird und nicht abhängig ist, dazu aber auch nicht als freiberuflich eingestuft werden kann.

Die Tätigkeit muss nachhaltig sein und auf Dauer der Erbringung von Gewinnen gewidmet.

Außerdem muss sie dem allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr dienen und sich dabei einem breiten Kundenpublikum zuwenden. Außerdem darf die Tätigkeit nicht in der Land- und Forstwirtschaft angesiedelt sein.

Als Freiberufler hingegen gilt jeder, der eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, erzieherische oder unterrichtende Tätigkeit ausübt.

Recht einfach ist die Zuordnung als Freiberufler oder Gewerbetreibender, wenn man sich einmal die Liste der so genannten Katalogberufe im Einkommenssteuergesetz ansieht.

Hier sind alle freiberuflichen Tätigkeiten aufgezählt, bei denen es bei der Zuordnung seitens des Finanzamtes auch zu keinerlei Problemen kommt.

Hinzu kommen die katalogähnlichen Berufe, das sind solche, die in ihren Merkmalen den Katalogberufen stark ähnlich sind.

Zuletzt seien noch die Tätigkeitsberufe genannt.

Es kann sein, dass bei der Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit Details erläutert werden müssen, die die Zuordnung zur Freiberuflichkeit erleichtern. Kennzeichnend ist immer, dass eine Leistung persönlich erbracht werden muss und zwar unter Nutzung der eigenen schöpferischen Kraft und Kreativität.

Für den Freiberufler werden besondere Fachkenntnisse vorausgesetzt, die er in der Ausbildung erworben haben soll.

Allerdings ist es auch möglich, Mitarbeiter zu beschäftigen, es muss nur immer noch deutlich werden, dass die Verantwortung und das „letzte Wort“ immer bei demjenigen liegen, der sich als Freiberufler angemeldet hat.

Entscheidet das Finanzamt, dass es sich nicht um eine Freie Tätigkeit handelt, so muss ein Gewerbe angemeldet werden.

Mischung aus freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit

Möglich ist auch eine Mischung aus freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit.

Diese sollen dann auch steuerlich getrennt voneinander geführt werden. Das geschieht durch die getrennten Buchführungen und die getrennte Aufzeichnung von Einnahmen und Ausgaben für jeden Berufszweig.

Auch die Konten sollen getrennt geführt werden. Falls das möglich ist, sollten zudem getrennte Räumlichkeiten für die einzelnen Tätigkeiten genutzt werden.
Beide Tätigkeiten sollten unter einem anderen Namen firmieren.

Nun kann es aber sein, dass beide Tätigkeiten miteinander untrennbar verwoben sind. Dann stuft das Finanzamt sie in der Regel als gewerblich ein.

Die Anmeldung beim Gewerbeamt wird damit nötig.

Die Vorteile, die der Freiberuflerstatus in Bezug auf die Steuern aber mit sich gebracht hätte, gehen dann wieder verloren.

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