Vorsteuerabzug bei elektronischen Rechnungen

Kurz und knapp:
Nein, elektronische Rechnungen sind keine Sonderfälle mehr.

Mussten sie einst mit einer elektronischen Signatur versehen sein, so ist das heute nicht mehr der Fall. Ein neues Gesetz hat die Vereinfachung dieser Regelung auf den Markt gebracht.

Doch wie wird nun die Sache mit dem Vorsteuerabzug gehandhabt?
In dem Punkt herrschten bis vor Kurzem noch große Unsicherheiten.

Seit einem (zehnseitigen!) Schreiben des Bundesfinanzministeriums ist nun klar, dass auch bei elektronischen Rechnungen ohne Signatur vom Vorsteuerabzug Gebrauch gemacht werden kann.

Der Vorsteuerabzug ist immer dann möglich, wenn die Rechnung ordnungsgemäß geprüft wurde. Nun, nachdem dank des im Juli 2012 erschienen Schreibens des Bundesfinanzministeriums allen klar ist, was ein „Prüfpfad“ ist, kann jeder vom Vorsteuerabzug Gebrauch machen.

Tatsache ist nämlich, dass die Berechtigung zum Vorsteuerabzug immer dann besteht, wenn die Rechnung geprüft wurde, was schon mit einem Abgleich der Daten aus Angebot und Bestellung sowie der Rechnung geschehen kann.

Der Selbstständige muss lediglich gegenüber dem Finanzamt darlegen können, wie er die Rechnung auf deren Richtigkeit hin überprüft hat.

Aufbewahrungspflichten

Für elektronische Rechnungen gelten allerdings strenge Aufbewahrungspflichten.
Auch wenn sie vielleicht bald nur noch sechs Jahre aufzubewahren sind, momentan sind es noch zehn Jahre, die der Selbstständige die Rechnungen aufgehoben werden müssen.

Und sie dürfen auch nicht einfach nur ausgedruckt und abgeheftet werden, sie müssen als Datei auf einem nur einmal zu beschreibenden Datenträger gespeichert werden.

Wobei nicht sicher ist, wie gewährleistet werden kann, dass die Datei nicht vor dem Brennen der CD manipuliert wurde…

Aber davon sei nicht ausgegangen.
Wer seiner Pflicht zur ordnungsgemäßen Aufbewahrung nicht nachkommt, muss mit einem Bußgeld rechnen.