Street Food – Wie der smarte Einstieg in die Gastronomie gelingt

Im südlichen Asien und Afrika ist Street Food schon lange beheimatet und als preiswerte Qualitätsküche anerkannt. Japans Suppenküchen sind legendär, in Thailand, Indien und Vietnam bieten Garküchen wohlschmeckende Saté-Spieße, würziges Tandoori-Huhn oder leckere Tom-Kha-Suppe. Auch Mexiko kennt Street Food-Küchen, hier wandern täglich unzählige krosse Tortillas oder frittierte Churros über die mobilen Theken. Street Food ist ein globales Phänomen, das von den Street Food-Hallen Australiens bis in die Straßen Englands reicht. Nicht selten bietet Street Food besondere Köstlichkeiten aus fernen Ländern. In den USA entsteht zurzeit ein Kult um die deutsche Currywurst, eine französische Chocolatière bringt englischen Feinschmeckern süße Naschereien wie Eis, Pralinen, Brownies oder Cup Cakes in Ihren Street-Food Truck mit und in San Francisco bilden sich lange Schlangen vor der Verkaufstheke von Curtis Kimball, der dort seine stadtbekannte Crème brulée verkauft. Als Street Food.

Street Food – authentisch kochen für Genießer

Betreiber der Street Food Küchen sind häufig begeistert von dieser Art, Essen anzubieten: Kundennah, frisch zubereitet und ohne die ganz großen Investitionen. Die Köstlichkeiten zum Mitnehmen werden an Ständen oder speziellen Wagen, Carts genannt, „on demand“ und vor den Augen der Gäste zubereitet. Das Angebot von Street Food ist ausgesprochen vielfältig. Es umfasst sowohl regionale Genüsse als auch die Ausrichtung auf einzelne Sparten wie Molkereiprodukte, Veganes oder ökologische Erzeugnisse. Dazu kommen Spezialisierungen wie beispielsweise auf das Anbieten von Naschwerk, Suppen, Wraps oder Fingerfood. In der Regel wird auf die Zutaten viel Aufmerksamkeit verwendet – erntefrisch sollen sie sein, möglichst aus der Region kommen und häufig wird ihre Verwendung auch unter ökologischen Gesichtspunkten bewertet. Street Food hat also nichts gemein mit dem, was in Fast-Food-Ketten angeboten wird: Hier zählen Geschmack, Zutaten und authentische Zubereitung.

Abwechslung Street Food –  frisch und saisonal zubereiten, was gefällt

Mit den mobilen Küchen lässt sich wunderbar erproben, welche Speisen und Angebote der Kunde sucht und genießt. Die regelmäßigen Events sind eine gute Gelegenheit, Ideen kundennah auf Akzeptanz zu testen. Nicht wenige Gastronomen haben auf Street Food-Events ihr Gastronomiekonzept erprobt bevor sie sich schließlich in einem Lokal oder Laden selbstständig gemacht haben.

Street Food – Essen to go für Gourmets

In Großstädten gibt es dazu mittlerweile eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Street Food kennenzulernen und zu genießen. Für Gourmets und alle, die gerne Neues kennenlernen, sich von ungewohntem überraschen lassen oder einfach gerne noch einmal den Geschmack der Gerichte von der letzten Urlaubsreise erleben möchten, gibt es regelmäßige Märkte und periodische Events. Morgens um acht eröffnen die ersten, abends um zwanzig Uhr schließen die letzten Märkte. Events gehen auch schon einmal bis tief in die Nacht, das unterhaltsame Beiprogramm unterstreicht den Eventcharakter.

Street Food im Aufwind – fehlende Marktplätze und jede Menge Auflagen

In den meisten Städten ist allerdings das Raumangebot für Street Food-Unternehmen begrenzt und so sind Zugangsmöglichkeiten gerade für Einsteiger schwierig. Empfehlungen bereits etablierter Standbetreiber helfen; auch ein schriftliches Konzept und eine Illustration wie der Stand aussehen soll ist häufig von Nöten. Und ohne Hygienecheck, Gewerbeanmeldung und viel, viel Beharrlichkeit geht häufig leider: nichts.

Doch die Hindernisse, zu einem Markt oder Event zugelassen zu werden, liegen nicht nur in der Überzeugungsarbeit, die an den Marktbetreibern geleistet werden muss – auch behördliche Auflagen des Hygieneamts müssen bei der Planung eines Street Food-Unternehmens beachtet werden. Einige Veranstalter verlangen, dass die Vorbereitung in professionellen Küchen stattfinde, die durch das Hygieneamt kontrolliert werden. Lange Marktzeiten bedeuten auch lange Vorbereitungszeiten, die ebenfalls nicht in der heimischen Küche geleistet werden können. Daher ist es für viele Street Food-Unternehmen unumgänglich, sich in Küchen von Restaurants oder Großküchen zeitweise einzumieten. Veranstalter von Street Food-Events, die in Hallen stattfinden, untersagen zumeist das Betreiben von Grills oder Öfen, da dafür spezielle Abluftanlagen bereitgestellt werden müssten. Hier ist Vorkochen in Mietküchen die einzige Lösung.

Die langen Öffnungszeiten einiger Märkte erfordern auch eine Personaldecke, die Verkauf, Organisation und Vorbereitung optimal leistet. Ohne zusätzliche Mitarbeiter kommt kaum ein Street Food-Unternehmer aus. Ob sich der Einstieg in das boomende Street Food-Segment lohnt, entscheiden nicht zuletzt die aufgerufenen Marktpreise. Ein einheitliches Konzept gibt es bei den Berliner Marktbetreibern nicht: Von der Pauschalmiete pro Tag bis zum nach Metern und Service gestaffelten Angebot, von der Monatsgebühr bis zur Umsatzbeteiligung reichen die Finanzierungskonzepte.

Mit Street Food erfolgreich starten – vom mobilen Cart zur Gastronomie-Immobilie

Die Kosten und Hindernisse für ein Street Food-Unternehmen sind also durchaus hoch – im Vergleich zur Eröffnung eines eigenen Restaurants, Ladens oder Cafés als Start-up dennoch überschaubar. Die Vorzüge des Street Food-Unternehmens liegen zum einen in dem direkten Feedback durch die Kunden. Auf Märkten und Events zeigt sich schnell, was von wem gemocht wird und Abnehmer findet. Zum anderen kann auch das Umfeld ohne allzu großes Risiko getestet werden. Was auf einem Markt eine Nischenexistenz ist, entpuppt sich an anderem Ort als Verkaufsschlager. Dazu kommen die Werbemaßnahmen der Street Food-Marktbetreiber: Sie sprechen ein spezielles Publikum an und unterstützen die Sreet Food-Märkte und -Events durch die Einbettung in attraktive Rahmenprogramme. Und nicht zuletzt gelingt es jungen Street Food-Unternehmen, sich über Märkte und Events einen eigenen Kundenstamm aufzubauen. Gute Voraussetzungen, um schließlich ein eigenes Restaurant, ein Café oder einen Laden zu eröffnen – ganz so wie einige der Pioniere der Berliner Street Food-Szene. Manche, die längst in einer Gastronomie-Immobilie ihr Hauptgeschäft betreiben, unterhalten nach wie vor einen Street Food-Stand. Sie nutzen ihren Street Food-Cart oder ihren Stand als willkommene Werbung für Ihr Lokal.

 

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