Selbstständige sollten unbedingt die Riester-Rente behalten

Viele Selbstständige haben eine Riesterrente abgeschlossen. Doch nach einiger Zeit zeigt sich, dass die jährlichen Beiträge zu hoch sind. Beitragsfrei stellen reicht nicht, eine Kündigung soll her. Doch wer diesen Schritt geht, wird überrascht sein, wie wenig Geld er ausbezahlt bekommt. Doch mindestens die Summe, die auch eingezahlt wurde?! ein, ganz und gar nicht, in den meisten Fällen kommt viel weniger dabei heraus.

Gründe für die Einbußen bei einer Kündigung

Was viele Sparer nicht wissen ist, dass sie die Kosten für die Verwaltung des Versicherers, für den Abschluss des Vertrags und für die Beratung selbst tragen müssen.

Da können rasch hohe Summen zusammen kommen. Diese werden durch die Beiträge erst einmal beglichen. Wenn einige Tausend Euro abbezahlt werden müssen, geht es mit dem Ansparen logischerweise nicht so recht vorwärts. Wer dann kündigt, muss überdies die gewährten Vorteile und Zulagen wieder auszahlen. Viel bleibt so nicht mehr übrig von der doch scheinbar ganz hübschen Summe.

Seit einem Gerichtsurteil von 2005 muss der Sparer zwar mindestens 50 Prozent seiner eingezahlten Summe wieder ausbezahlt bekommen. Aber was sind schon 50 Prozent, wenn die übrigen 50 Prozent einfach weg sind? Schließlich kündigt den Vertrag niemand aus Lust und Laune, sondern weil er das Geld braucht.

Was tun?

Nicht kündigen, ist die einfache Antwort. Auch wenn das schwer erscheinen mag, aber es ist günstiger, sich andere Wege zur Finanzierung momentaner Vorhaben zu suchen, als auf das Kapital der Riesterrente zu vertrauen.

Eine Beitragsfreistellung ist sinnvoller. Wenn es finanziell wieder besser aussieht, kann die Zahlung einfach fortgeführt werden.

Sinnvoll ist es auch, sich von Anfang an für das richtige Produkt zu entscheiden. Dafür muss die Beratung natürlich stimmen. Vielleicht sind für einen Selbstständigen ja die Banksparpläne günstiger und sicherer, denn auch hier kann von der Riesterförderung Gebrauch gemacht werden.

Die Altersvorsorgeprodukte sollten auf jeden Fall nicht unkritisch betrachtet und abgeschlossen werden, auch wenn der Berater noch so überzeugend auftritt.