Franchising: Für die Hotelbranche das Erfolgsmodell der Zukunft?

Wer als Unternehmer heutzutage langfristig stabile Umsätze erwirtschaften will, sollte sich „Hintertüren“ für feste Kooperationen mit einem erfahrenen Partner offen halten. Es ist wie in einer privaten Partnerschaft, Erfahrung bringt Sicherheit. Gleiches gilt auch in einer Geschäftsbeziehung zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer. Stimmen die Umsatzzahlen, Image sowie Ziele des Franchise-Nehmers mit den Interessen des Franchise-Gebers überein, kann in Form eines Franchise-Vertrages „geheiratet“ werden.

Welche Regelungen beinhaltet der Franchise-Vertrag?

Der Franchise-Vertrag sichert schwarz auf weiß alle Rechte und Pflichten des Franchise-Gebers wie auch des Franchise-Nehmers ab. Der Franchise-Anbieter überträgt dem neuen Franchise-Partner die Nutzungsrechte seines Geschäftskonzeptes sowie der Marke gegen eine Eintrittsgebühr. Diese Eintrittsgebühr oder Franchise-Gebühr kann folgende Leistungen beinhalten:
  • Die Überlassung des Knowhow an den Franchise-Nehmer
  • Ausstattung und andere Dienstleistungen für den Franchise-Nehmer
  • Kostenbeteiligung des Franchise-Nehmers für Planung, Aufbau und Aufrechterhaltung des Systems
  • Gebiets-Schutz
  • Aufbau und Erhalt der Corporate Identity
  • Schulungsmaterial
  • Erstellung von Fachbüchern
  • PR- und Marktanalysen
  • Betriebsvergleiche und Ertragsrechnungen
  • Einheitliche Werbeaktionen
  • Knowhow-Weiterentwicklungen

Die Kosten für den Franchise-Partner können sich zwischen 5.000,00 EUR und 75.000 EUR bewegen. Zusätzliche Gebühren können vonseiten des Franchise-Gebers erhoben werden.

Die Vertragslaufzeiten variieren im Regelfall zwischen 5-20 Jahre. Eine Verlängerung erfolgt automatisch, wenn beide Parteien bereits sind, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, weiterhin miteinander zu kooperieren. Eine „Scheidung der Geschäfts-Ehe“ erfolgt meistens aufgrund einer Geschäftsaufgabe durch den Franchise-Nehmer.

Der Franchise-Vertrag umfasst weitere Komponente für die Segmente Markenrecht und weitere rechtliche Institute. Der Franchise-Geber verpflichtet sich hiermit seinem Geschäftspartner gegenüber, ein im Tourismus erprobtes und „wasserdichtes“ Geschäftskonzept vorzulegen. Hervorragende Beispiele erfolgreicher Franchise-Konzepte liefern beispielsweise „Umsatz-Riesen“ wie Accor, Holiday Inn oder die InterContinental Hotels Group.

Welchen Nutzen bringt Franchising der Hotelbranche?

Mit einem sorgfältig geprüften Franchise-Konzept bieten sich dem Franchise-Geber zahlreiche Möglichkeiten, seine Hotelketten an möglichst vielen potenziellen Standorten auszubauen. Die stärkere Marktpräsenz sichert nicht nur höhere Gästezahlen, sondern generiert mehr Umsatz, mehr Kapital für Investitionen und reduziert eine Menge Kosten. Zur Steigerung der Erträge bieten sich dem Franchise-Anbieter effizientere Möglichkeiten, mit unabhängigen Hoteliers zusammenzuarbeiten.

Von Franchising profitiert gleichermaßen das Hotelpersonal durch mehr Arbeitsplätze, höhere Löhne, attraktive und flexible Karriere-Möglichkeiten.

Mit Franchising können sich die Hotelgäste auf eine zuverlässige, qualitativ hochwertige Marke mit einem umfangreicheren Leistungsspektrum freuen.

Dem Franchise-Nehmer bedeutet eine „Geschäfts-Ehe“ mit einem erfahrenen, erfolgreichen Partner nicht nur eine erhebliche Minimierung der Betriebs-und Werbekosten, sondern ferner die Erweiterung des eigenen Gästekreises. Weiterhin bringt Franchising im allgemeinen Sinne bessere ökologische, soziale und wirtschaftliche Resultate. Der Franchise-Nehmer hat die Möglichkeit, seine Dienstleistungen über ein weltweites Reiseinformationssystem zu vertreiben. Diese Option erweitert den Bekanntheitsgrad und steigert die Umsatzzahlen. Kommen einmal schwierigere Zeiten, kann der unabhängige Hotelier oder Gründer mithilfe einer „starken Hand“ eher bestehen, als im „Alleingang“.

Welche Nachteile hat Franchising für den Franchise-Geber und Franchise-Nehmer?

Erwirtschaftet der Franchise-Geber mit seinem Filialnetz Gewinne, muss dieser einen Teil an die einzelnen Filialen entrichten. Diese verursachen Werbekosten, Schulungskosten, Kosten für Personal und Material zur Überwachung der Aktivitäten des Franchise-Partners sowie Kosten für Investitionen. Darüber hinaus besteht das Risiko eines Imageverlustes, welches sich erheblich auf die Umsatzzahlen auswirkt und die Ausgaben steigen lässt. Weiterhin steht der Franchise-Anbieter vor der großen Herausforderung bei der Suche von kompetenten Geschäftspartnern „auf Augenhöhe“, mit ehrlichen Absichten.
Der Geschäftspartner oder Franchise-Nehmer wird durch den Franchise-Geber beim Einhalten der Nutzungsrechte- und Pflichten der Marke und Geschäftskonzepts in bestimmten Intervallen überwacht. Regelmäßige Interaktionen mit dem Franchise-Partner sichern dem Franchise-Geber langfristige Erfolge. Der Franchise-Partner ist ein unabhängiger, jedoch an das Geschäftsprinzip gebundener Unternehmer. Erleidet ein weiterer Franchise-Nehmer einen Imageverlust, können die Übrigen davon mit-betroffen sein. Für eigene Umsatzeinbrüche oder Umsatzeinbrüche vonseiten des Franchise-Gebers sowie für Fehlinvestitionen trägt der Franchise-Nehmer ein doppeltes Risiko.

Optimiert Franchising die Wettbewerbsfähigkeit in der Hotelbranche?

Hervorragend geschulte Marketing-Experten weltweit agierender Marken erfassen Trends und Entwicklungen bereits frühzeitig und können schneller reagieren als „Einzelkämpfer“, welche sich professionelles Marketing-personal oftmals nicht leisten können. Die Marketing-Experten der „Hotelgiganten“ im Franchising können, mithilfe von IPhone-Applikationen, weltweit exakte Informationen über Ferien-und Urlaubsangebote an die passenden Zielgruppen leiten. Der Besucher klickt auf das Angebot und gelangt automatisch auf die Homepage der Unternehmensgruppe.

Wer regelt in der Preispolitik die Zimmerpreise?

Die Zimmerpreise bestimmt der Franchise-Nehmer, weil dieser die Situation seines Standortes besser einschätzen kann, als der weltweit agierende Franchise-Geber. Darüber hinaus ist der Franchise-Geber, bezogen auf die Preisfestlegung, rechtlich eingeschränkt und darf diese nicht selber festlegen.

Das optimale Pricing zählt zu den höchsten Gewichtungsfaktoren und entscheidet über den Erfolg des Franchise-Anbieters.

Wie weit hat sich Franchising bereits entwickelt?

Zurzeit sind weltweit zwischen 12.000 und 17.000 verschiedene Franchise-Systeme vertreten. Allein in Deutschland bieten mittlerweile knapp 1000 Franchise-Geber ihre Konzepte an. Im Jahr 2014 setzten Franchise-unternehmen mehr als 74 Millionen Euro um. Deutschlandweit sind Franchise-unternehmen tätig:

  • 38% im Dienstleistungssektor
  • 25% im Handel
  • 19% in der Gastronomie

Befindet sich Franchising im Aufwärtstrend?

Aufgrund der zahlreichen Vorteile für Gäste, Personal, Franchise-Nehmer und Franchise-Geber sowie der Erfolgsquoten international agierender Hotelgruppen befindet sich Franchising tatsächlich im Aufwärtstrend. Das Modell des Einzelunternehmers sowie des Familienbetriebes wird durch die Übernahme eines fach-kompetenten Nachfolgers, mit einem erfolgserprobten Geschäftskonzept, abgelöst. Das wirkt sich positiv auf das Kundenverhalten aus und mindert zahllose Risiken. Bestes Beispiel liefert die französische Hotelgruppe Accor, diese bietet hochwertige Standards und ein konstantes Qualitäts-Niveau nicht nur für Hotelgäste. Allein die Zahlen, Daten und Fakten dieser Hotelgruppe beweisen den weltweiten Aufwärtstrend:

  • Über 4400 Hotels
  • 530.000 Hotelzimmer
  • 145.000 Mitarbeiter
  • Accor ist bereits weltweit in über 90 Ländern vertreten

Fazit:

Das lukrative Geschäftsmodell „Franchising“ ist in der Hotelbranche gefragter denn je. Es bietet dem Franchise-Nehmer wie auch dem Franchise-Nehmer Möglichkeiten für eine effiziente und sichere Kooperation. Diese Kooperation sichert Image, Umsatz, Ertrag wie auch die Reduzierung von Unkosten und bietet dem Hotelgast ein zuverlässiges Marken-versprechen. Der gesamte Erfolg wird durch ein markt-taugliches und Mehrwert bietendes Geschäftsmodell sowie mit der Auswahl fach-kompetenter Geschäftspartner gewährleistet.

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