Digitale Nomaden: Als Freiberufler / Selbstständer um die Welt reisen – Internationale Karriere auf eigene Rechnung

Die Welt bereisen und dabei ein ausreichendes Einkommen beziehen? In der Freizeit viel erleben und die Arbeit bleibt mitunter Nebensache? Weltweite Fachkompetenzen erwerben, Kontakte knüpfen und für Auftraggeber interessant sein? Freiberuflern und Selbstständigen stehen sämtliche Türen weit offen.

 

Sorgenfrei um die Welt

Wer wenig Ansprüche an den Lebensstil stellt, der kann als Freier die Welt umfassend bereisen und mit entsprechenden Freizeiterlebnissen punkten. Günstig wird es, wenn das Geld dazu in Deutschland oder der EU verdient wird, was dank Internet und Co heute längst Realität ist. Damit wäre die rechtliche Sache geklärt, das Geldkonto bleibt in Deutschland bzw. der EU, die Steuer und Sozialversicherungen ebenfalls. Arbeitserlaubnisse werden nicht benötigt. So wird früh im Hostel in New York, Tokio oder Sydney der Auftrag fristgerecht eingereicht, verschiedene Plattformen überweisen bei Akzeptanz der Produkte umgehend auf das Konto. Glücklich kann sich der schätzen, der direkte Auftraggeber für Reiseberichte oder Fotos besitzt.

 

Digitale Nomaden im Vorteil

Computerprofis und Netzwerkgenies sind natürlich absolut im Rennen, denn sie werden gut bezahlt und können praktisch überall arbeiten. Ob ein Programm in Australien, Amerika oder Asien programmiert wird, ist völlig egal. Hauptsache das Ergebnis stimmt. Immer mehr Unternehmen steigen voll in die digitalen Welten ein, zahlreiche Arbeiten werden ausgelagert. Die Chance, auf Weltreise sein Geld zu verdienen, steigt damit von Tag zu Tag. Dann spielt sogar der Zeitunterschied keine Rolle mehr.

 

Reisen als Beruf

Als Animateur oder Reiseleiter haben Freiberufler traditionell die Möglichkeit, fast überall arbeiten zu können.

  • Kreuzfahrtschiffe
  • Busunternehmer
  • Stadtführer
  • Animateure in Klubs und Ferienanlagen

Diese Tätigkeiten bringen z.T. ansehnliche Honorare und ermöglichen im gesamten Jahr gesehen eine Menge Freizeit, allerdings wird in der Saison ein voller Einsatz gefordert und Arbeitstage von bis zu 15 und mehr Stunden mit wenigen Ruhetagen sind nicht selten.

 

Jobbörsen nutzen

Online Jobbörsen für Freiberufler sind eine Möglichkeit, Engagements im Ausland zu finden. Dort schreiben Auftraggeber Angebote aus und man kann eigene Dienstleistungen anbieten. Meist erfolgt jedoch eine kurze Bewerbung mit Text, Arbeitsproben und Lebenslauf. Derartige Börsen sind z.B.:

Gesetze, Regelungen, Steuern

Wer für einheimische Auftraggeber arbeitet, muss die Vorschriften des bereisten Landes beachten. Rechtliche Bestimmungen sind in anderen Ländern oft ganz verschieden zu denen der EU. Innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes erwarten den Freelancer kaum Probleme, außerhalb gibt es umso mehr zu beachten. Einige Versicherungen können wichtig sein und unzählige Behörden reden gern und per Gesetz ein Wort mit.

  • Arbeitsamt
  • Gesundheitsamt
  • Finanzamt
  • Gewerbeaufsicht
  • Rentenversicherung
  • Krankenkasse
  • Ausländerbehörde
  • spezifische Landesbehörden

 

Verständigungsschwierigkeiten vermeiden

Im Verkehr mit den Ämtern und Behörden steht die Landessprache an erster Stelle, Englisch hilft mitunter überhaupt nicht weiter. Wer also in ein Land geht, sollte Elemente der Landessprache beherrschen oder einen Dolmetscher buchen. Verständigungsschwierigkeiten können fatale Folgen haben. In verschiedenen Staaten gibt es bei der „falschen Geschäftsidee“ zum Teil drastische Strafen bis zu mehreren Jahren Gefängnis. Freiberufliche Lehrer, Straßenkünstler, Musikanten, Kinderbetreuer, Animateure und Erntehelfer staunen manchmal darüber, was anderswo verboten oder besonders akribisch geregelt wird. Der Weg ins Gefängnis ist manchmal kürzer, als man denkt.

 

Grundbaustein interkulturelle Kompetenz

Als interkulturelle Kompetenz gilt das Vermögen, mit Individuen anderer Kulturen erfolgreich zu interagieren. Freiberufler auf Weltreise müssen diese Fähigkeit besitzen. Emotionale Kompetenz und interkulturelle Sensibilität ermöglichen das Verständigen. Sprachkenntnisse sind dazu unabdingbar, Englisch sollte flüssig gesprochen werden. Unabhängig davon ist jedoch alles erlernbar, Willige überstehen meist den „Sprung ins kalte Wasser“ und stellen sich schnell auf neue Verhältnisse ein.

 

Ingenieure und Wissenschaftler als Freelancer weltweit gefragt

Heute können nicht nur Freigeister ihr Geld in der großen Welt verdienen. Selbst für Ingenieure und Wissenschaftler ist die klassische Berufslaufbahn längst nicht mehr der absolute Königsweg. Sie nutzen die unzähligen Vorteile, die die Selbständigkeit mit sich bringt: Ein beliebter Nebeneffekt für Akademiker mit Fernweh: Bei Auslandsengagements können sie Länder, Menschen und Kulturen kennenlernen. Mittlerweile sind neue Berufsvisionen und Lebensplanungen längst bei den Unternehmen angekommen, die freiberufliche Ingenieure bei Projektsuche und Angelegenheiten vor Ort unterstützen.

 

Projekte im Zeitrahmen

Der Lebensalltag externer, freiberuflicher Spezialisten bringt zeitlich begrenzte Projektarbeiten bei wechselnden Auftraggebern in den verschiedensten Regionen der Welt. Die drei wichtigsten Eigenschaften für so ein Leben sind:

  • die Flexibilität,
  • die gute Organisation
  • Offenheit gegenüber Neuem

Die ganze Sache ist also in erster Linie eine Typfrage, es geht um die richtige Einstellung und Mentalität. Wenn beides stimmig ist, hat der Freiberufler weltweit viele Vorteile gegenüber dem Festangestellten.

 

Produktivität und Flexibilität

Der besondere Pluspunkt von freiberuflichen Experten besteht darin, dass sie für ihre Kunden besonders produktiv arbeiten. Durch die ständig wechselnden Auftraggeber und Projektanforderungen sind sie geübt, sich in neue Sachverhalte zügig einzuarbeiten. Eine Studie der Fachhochschule in Ludwigshafen hat erkannt, dass es bei ihnen im Durchschnitt lediglich vier Wochen dauert, bis sie ohne größere Absprachen effizient arbeiten können. Festangestellte Mitarbeiter brauchen dazu über 12 Wochen.

 

 

Vielfältige Einblicke fördern Marktwert

Die weitreichenden Einblicke, die freiberufliche Akademiker in Projektaufträgen gewinnen, haben Vorteile: Sie können gezielt fachliches Rüstzeug ausbauen und auf diese Weise ihren Marktwert signifikant steigern. Das sind gute Nachrichten für den eigenen Geldbeutel. Für flexible freiberufliche Fachkräfte wird der Einsatz in weltweiten Projekten besonders interessant. Die dort zu erwerbenden Fachfähigkeiten bilden in der globalen Arbeitswelt echte Verkaufsargumente. Schließlich wird ein Höchstmaß von Flexibilität bewiesen, gepaart mit der Fähigkeit zu interkultureller Arbeit.

 

Unternehmen unterstützen Auftragsakquise

Wie kommt der freiberufliche Ingenieur zu Projekten? Mühselig wäre, diese selbst zu suchen. Dienstleister vermitteln mittlerweile kompetent zwischen Auftraggeber und den freiberuflichen Fachexperten. Freelancer können über die Projektbörsen international agierender Unternehmen die passenden Aufträge finden. Sind die ersten Jobs absolviert, kommen die Anfragen zu spannenden Arbeitsaufträgen in der Regel von selbst.

 

Potentielle Auftragnehmer im Test

Namhafte Auftraggeber sind dazu übergegangen, im Gespräch zum Projekt zu prüfen, ob der Freelancer sich tatsächlich dafür eignet. Das spart allen Involvierten Kosten, Zeit und Mühe. Kommt der Vertragsabschluss zu Stande, helfen die Firmen den Spezialisten, die unterschiedlichen steuerlichen und rechtlichen Anforderungen in Ländern wie China richtig zu erfüllen. Je nach Einsatzort wird manchmal ein Dolmetscher zur Seite gestellt, der bei Amtswegen begleitet. Oft beginnt die Unterstützung vor Auftragsbeginn. Die Firmen helfen den Freelancern bei der Wohnungssuche und dem rechtzeitigen Einreichen der Visaanträge.

 

Deutsche Standards im Ausland

Zahlreiche Firmen planen schon lange mit Ingenieuren und Wissenschaftlern Projekte rund um den Globus, z.B. in Vietnam, Kenia, Saudi-Arabien und Südafrika. Die gewohnten qualitativen Standards aus Deutschland sollen vor Ort eingehalten werden, das stellt hohe Ansprüche an die Freelancer.

 

Fazit

Der Freiberufler auf Welttour schwimmt nicht unbedingt in Freizeit, weder in technischen oder wissenschaftlichen Berufen, noch als anspruchsloser „Lebenskünstler“. Die Ansprüche sind hoch, die Arbeit anspruchsvoll. Dennoch bildet das freie Arbeiten eine unschätzbare Erfahrung, bei der man Land und Leute kennen lernt und interkulturelle Kompetenzen ausbaut. Es ist zu erwarten, dass diese in einer globalisierten Welt eine immer bessere Basis für das eigene Leben bilden. Grundbasis ist die eigene Lebenseinstellung. Der Freelancer im Weltmaßstab muss zu dieser Lebensart einfach „geboren sein“, wie es sprichwörtlich heißt.

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