Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld und nebenbei selbstständig

Nun kann es sein, dass die selbstständige Tätigkeit nicht erst aufgenommen wird, wenn die Arbeitslosigkeit bereits besteht.

Eventuell wurde schon vorher, noch als Angestellter, selbstständig im Nebenerwerb gearbeitet.

Ist das der Fall, so werden gewisse Privilegien gewährt.

Wichtig dafür ist aber, dass die Selbstständigkeit dann schon seit mindestens 12 Monaten bestanden haben muss.

Die Voraussetzung für eine Fortführung der Tätigkeit ist, dass sie nicht mehr als 15 Stunden pro Woche umfasst, denn ansonsten gilt sie nicht mehr als nebenberuflich.

Wem also gekündigt wird, der kann seine Selbstständigkeit unter bestimmten Bedingungen weiter führen und erhält dennoch ALG I.

Andere Regeln gelten, wenn die Selbstständigkeit erst nach Eintritt der Arbeitslosigkeit aufgenommen wurde.

Auch dann dürfen höchstens 15 Stunden pro Woche gearbeitet werden und das ALG I wird dennoch weitergezahlt.

Allerdings wird die Höhe der Stütze betroffen.

Während der Gewinn bei dem gekündigten Angestellten nicht begrenzt ist, darf er bei denjenigen, der sich erst nach Eintritt der Arbeitslosigkeit selbstständig macht, 165 Euro nicht überschreiten.

Die Einkünfte, die diese Grenze übertreffen, müssen voll und ganz angerechnet werden.
Das heißt, das Arbeitslosengeld wird geschmälert.

Bedacht werden sollte aber, dass den Einnahmen natürlich die Ausgaben gegenüber gestellt werden können.
Das heißt, alle Ausgaben, die Sie für die nebenberufliche Tätigkeit haben, können angerechnet werden.

 

Vorsicht bei zu kostenintensiven Betriebsausgaben

Allerdings sollte kostenintensive Investitionen mit dem Fallmanager besprochen werden.

Hier gelten nämlich andere Maßstäbe, als sie das Finanzamt setzt.

Das wiederum bedeutet, dass die betrieblichen Ausgaben vielleicht nicht anerkannt werden.

Sie sind damit doppelt gestraft:

Sie haben die Kosten für die Investition zu tragen, können diese aber nicht von den Einnahmen absetzen.

Damit erhöht sich Ihr Gewinn und das Arbeitslosengeld wird gekürzt. Hier ist also Vorsicht geboten.

Möglich ist auch die pauschale Absetzung der Ausgaben, dann müssen diese nicht nachgewiesen werden.

Hierfür gibt es bestimmte Grenzen. 25 Prozent dürfen es bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit sein, die abgezogen werden, höchstens sind das 614 Euro. Wer diese Grenze überschreitet, muss mit einer Einschränkung des ALG I rechnen.

Sozialversicherung müssen Sie selbst zahlen, wenn die Einkommensgrenze überschritten wird

Solange das Einkommen niedrig bleibt, werden auch Krankenversicherung und Rentenversicherung durch die Arbeitsagentur getragen.

Werden die Gewinne jedoch zu hoch und besteht auch kein Anspruch mehr auf ALG I, so müssen die Beiträge für die Sozialversicherung natürlich ebenfalls selbst getragen werden.

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