Rürup-Rente für Selbstständige

Experten haben herausgefunden, dass die Rürup-Rente für einen älteren Selbstständigen eine sehr gute Möglichkeit ist, etwas für das Alter zu tun.

Die eigene Altersvorsorge darf nie vernachlässigt werden, auch von einem Berufsanfänger wird erwartet, dass er etwas für sich selbst tut.

Der Grund dafür ist, dass der Staat die Renten immer weiter kürzen wird und niemand weiß, in wie vielen Jahren überhaupt noch eine staatliche Rente gezahlt werden wird.

Die Rürup-Rente ist daher eine Möglichkeit für den Selbstständigen, eine angemessene Rente aufzubauen.
Doch vorher gilt es einiges zu bedenken.

Selbstständige, die den Höchstbetrag von 5069 Euro im Jahr für Vorsorgeaufwendungen beim Finanzamt geltend machen, sollten keine Rürup-Rente abschließen.

Diese lohnt sich Berechnungen zufolge eigentlich nur, wenn maximal 20.000 Euro im Jahr für Vorsorgeaufwendungen gezahlt werden.

Die Rürup-Rente soll eine Art Ausgleich für den Selbstständigen sein, denn anders, als das bei einem Angestellten der Fall ist, hat dieser keine Chance, sich über eine betriebliche Altersvorsorge abzusichern, die durch den Staat gefördert werden würde.

Nun greift der Staat dem Selbstständigen unter die Arme und fördert die private Vorsorge.

Wichtig ist aber, ehe ein Rürup-Rentenvertrag abgeschlossen wird, sich über die anfallenden Kosten Gedanken zu machen. Hier fallen natürlich in erster Linie die Beiträge ein, die aber im Rahmen der Steuererklärung abgesetzt werden können.

Steuern müssen erst einmal nicht auf die Renditen gezahlt werden, diese fallen erst später an, wenn die Rente auch zur Auszahlung kommt.

Errechnet wurde, dass die Rürup-Rente mindestens vier Prozent Ertrag im Jahr bringen sollte, erst dann kann sie als wirklich sinnvoll erachtet werden.

Je nach Konstellation der finanziellen Lage des Selbstständigen kann es aber auch sein, dass mit der Rürup-Rente beziehungsweise dem Ansparen ein Minus erwirtschaftet wird. Bis zu 0,5 Prozent Minus sind hier drin.

Rüruprente ist vorteilhaft für ältere Selbstständige

Empfohlen wird die Rürup-Rente vor allem älteren Selbstständigen, die nur noch wenige Jahre bis zur Rente haben. Jüngere Leute fahren mit einer anderen Form der Altersvorsorge meist besser.

Eine Alternative zur Rürup-Rente kann die Riester-Rente sein, wenn der Selbstständige einen sozialversicherungspflichtigen Ehepartner hat.

Dann kann die Riester-Rente über einen so genannten Partnervertrag abgeschlossen werden und beide Versicherte profitieren am Ende davon.

Es werden aber auch geringere Beiträge gefördert, als wenn jemand einen eigenen Vertrag nur für sich allein abgeschlossen hat.



Ist die Rürup-Rente für Selbstständige lohnenswert?


Die Rürup-Rente ist für Selbstständige durchaus eine lohnenswerte Form der Altersvorsorge.

Die Beiträge für diese Art der privaten Rentenversicherung können steuerlich abgesetzt werden und zwar in steigenden Anteilen, bis sie im Jahr 2025 zu 100 Prozent abgesetzt werden können.

Das Guthaben, das in der Rürup-Rente angespart wird, ist sicher vor Pfändung und vor einer Insolvenz.

Wenn die Geschäfte schlechter laufen, als geplant, so ist der Anspruch auf Arbeitslosengeld II auch bei einer Betriebsaufagbe des Selbstständigen noch gesichert.

Das Guthaben, das in der Rürup-Rente angespart wurde, muss vor der Auszahlung von Arbeitslosengeld II nicht verwertet werden, wie das bei vielen anderen Anlagemöglichkeiten der Fall ist.

Möglich ist es auch für einen Selbstständigen, die Berufsunfähigkeitsrente in die Rürup-Rente zu integrieren.

Dafür ist allerdings Voraussetzung, dass nicht mehr als 49 Prozent des gesamten Beitrages in die Berufsunfähigkeitsversicherung gezahlt werden.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die Beiträge sowohl für die Rürup-Rente als auch für die Berufsunfähigkeitsrente von der Steuer abgesetzt werden können.

Zu beachten ist jedoch, dass die Auszahlungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung dann aber voll zu versteuern sind.


Von der Rürup Rente profitieren insbesondere ältere Selbstständige

Generell ist zu sagen, dass die Rürup-Rente sich vor allem für ältere Selbstständige lohnt.


Diese schließen den Vertrag und haben eine geringere Laufzeit bis zur Auszahlung der Rente.

In dieser Zeit können Sie die Beiträge in steigenden Anteilen von der Steuer absetzen.

Die ausgezahlte Rente muss nun auch nicht voll versteuert werden. Wer als jüngerer Selbstständiger einen Vertrag für die Rürup-Rente abschließt, kann die Beiträge zwar auch von der Steuer als Sonderausgaben abziehen und das ab 2025 sogar zu 100 Prozent, doch muss er auch, sofern er nach 2040 in Rente geht, die Auszahlung voll versteuern.

Ihm bleibt zwar in der Ansparphase immer noch ein Vorteil, aber dieser ist geringer, als bei einem älteren Sparer.

Wer als Selbstständiger nebenbei noch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann die Beiträge für die Rürup-Rente zudem nicht völlig absetzen, sondern muss die Beiträge aufrechnen, die für beide Formen der Altersvorsorge anfallen.

Damit kann nur noch ein bestimmter Anteil an den Beiträgen für die Rürup-Rente von der Steuer abgezogen werden.



Die Produkte der Rüruprente für Selbstständige

Selbstständige haben die Wahl zwischen verschiedenen Produkten, die für die Rürup-Rente in Frage kommen.

So gibt es auf der einen Seite die klassische Rentenversicherung, die als Rürup-Rente abgeschlossen werden kann, auf der anderen Seite die fondsgebundene Versicherung.

Beide haben Vor- und Nachteile.

Die klassische Versicherung ist sehr sicher und wer auf Sicherheit statt auf Risiko setzt, ist mit dem Abschluss einer solchen Versicherung sehr gut beraten.

Die Rendite ist hier allerdings deutlich geringer.

Ein Verlust ist nur dann einzurechnen, wenn der Sparer den Vertrag nicht durchhält.


Ansonsten sind die einmal eingezahlten Beiträge sicher, hinzu kommt die garantierte Verzinsung, die zu Beginn des Vertrags festgelegt wird.

Fondsgebundene Produkte der Rürup-Rente haben höheres Risiko, aber bessere Rendite

Bei einer fondsgebundenen Versicherung hingegen ist das Risiko deutlich höher.

Niemand kann vorab sagen, wie sich ein Fonds entwickeln wird.

Daher sind solche Verträge am ehesten für diejenigen Sparer geeignet, die sehr risikobewusst sind.

Diese Art der Versicherung ist zudem mit hohen Kosten verbunden, daher ist der Rürup-Sparplan die empfehlenswertere Alternative.

Verluste sind bei einer Rürup-Rente, die auf Fonds aufbaut, generell möglich und es gibt keine Garantie dafür, dass die eingezahlten Beiträge erhalten bleiben.

Auch die garantierte Verzinsung ist bei diesem Produkt nicht vorgesehen.

Bei der fondsgebundenen Versicherung ist häufig der Rentenfaktor nicht vertraglich vereinbart, sondern wird erst zu Beginn der Auszahlungsphase festgelegt.

Dies wiederum birgt aber für den Versicherten ein zusätzliches Risiko, denn der Rentenfaktor ist die Basis für die Berechnung der Rente.
Wird dieser Faktor nun zum Vertragsschluss festgelegt, so weiß der Versicherte immerhin, mit welcher Höhe der Rente er rechnen kann. Bei einer fondsgebundenen Versicherung ist diese Festlegung jedoch nicht möglich.

Hinterbliebenen-Rente mit der Versicherung vereinbaren

Für den Schutz der Hinterbliebenen sollte der Versicherte ebenfalls einiges tun. So kann eine Hinterbliebenenrente vereinbart werden, die aber die am Ende ausgezahlte Rente deutlich mindert. Möglich ist auch die Vereinbarung einer Mindestrentenzeit.

Stirbt der Versicherte kurz nach Eintritt in die Rente, so bekommen die Hinterbliebenen die Rente bis zum vereinbarten Zeitraum weiter ausgezahlt.

Günstiger, als die eben erwähnte Hinterbliebenenrente ist die Vereinbarung in den Vertrag aufzunehmen, dass die Hinterbliebenen im Todesfalle die eingezahlten Beiträge zurückerhalten. '

Dann nämlich wird die Rente um einen geringeren Betrag gemindert.




Die Rüruprente und Steuern

Die Rürup-Rente kann sich steuerlich sehr günstig für den Selbstständigen auswirken, was wohl auch ein Grund dafür sein dürfte, dass diese Form der Altersvorsorge bei Selbstständigen innerhalb kurzer Zeit doch sehr beliebt geworden ist.

Dabei gibt es aber einiges zu beachten, denn die Beträge, die von der Steuer abgezogen werden können, sind immer noch im Steigen begriffen.

Das heißt, dass im Jahr 2005, als die Rürup-Rente eingeführt wurde, 60 Prozent der Beiträge, die im Jahr eingezahlt wurde, beim Finanzamt geltend gemacht werden konnten.

Im Jahr 2010 sind es schon 70 Prozent gewesen.

Und der Satz steigt weiter und wird sich bis zum Jahr 2025 auf 100 Prozent steigern.

Das bedeutet, dass Jahr für Jahr ein höherer Beitrag von der Steuer abgerechnet und als Sonderausgabe deklariert werden kann.

Ein Steigen ist im Gegensatz dazu aber auch bei den Steuern zu sehen, die auf die ausgezahlte Rente anfallen.
2010 mussten 60 Prozent der ausgezahlten Renten zum persönlichen Steuersatz versteuert werden.
Ab dem Jahr 2040 werden es 100 Prozent sein.


Für ältere Selbstständige bietet die Rürup-Rente ansehnliche steuerliche Vorteile

Hier liegt auch der Grund, warum ein älterer Versicherter von der Rürup-Rente mehr profitieren kann.

Studien haben sogar ergeben, dass sich die Rürup-Rente im Grunde genommen ohnehin nur für ältere Selbstständige lohnt und das auch nur für den Fall, wenn sie pro Jahr nicht mehr als 2400 Euro für die Krankenversicherung oder andere Vorsorgeaufwendungen ausgeben.

Angerechnet werden müssen diese Beiträge nämlich auch, was wiederum bedeutet, dass der abzugsfähige Betrag sinkt.

Wer nun aber älter ist und vielleicht nur noch fünf Jahre bis zum Eintritt in die Rente hat, der kann bis dahin die Beiträge zum Teil absetzen und muss danach die Auszahlungen in geringerem Maße versteuern.

Rürup-Rente auch für jüngere Selbstständige ein empfehlenswertes Produkt

Wer jünger ist und vielleicht erst 2040 in Rente geht, muss seine Auszahlungen voll versteuern.

Natürlich kann immer noch der Beitrag, der pro Jahr zu entrichten ist, von der Steuer abgezogen werden, aber der Vorteil insgesamt minimiert sich.

Dennoch ist er noch vorhanden, was auch ein Grund ist, dass die Rürup-Rente für einen Selbstständigen schon allein aus steuerlichen Gründen ein empfehlenswertes Produkt ist.


Beratung zur Rürup-Rente

Wenn Sie als Selbstständiger darüber nachdenken, einen Vertrag für die Rürup-Rente abzuschließen, so sollten Sie diesbezüglich einiges bedenken und eine neutrale Beratung einholen.

Sicherlich können Sie sich direkt bei den verschiedenen Anbietern beraten lassen.

Allerdings kann hier keine Rede davon sein, dass die Beratung neutral ist.

Sie haben jedoch die Möglichkeit, aus verschiedenen Beratungen die Quintessenz für sich selbst zu ziehen.

Beachten Sie, dass es die EINE Versicherung nicht gibt, die Möglichkeiten, die sich Ihnen durch die Rürup-Rente bieten, hängen immer auch von Ihren persönlichen Verhältnissen ab.


Es kann zum Beispiel nicht gesagt werden, dass ein 60jähriger Selbstständiger mit Eintritt in das Rentenalter eine feste Summe ausgezahlt bekommt.

Diese ist abhängig davon, wann er in das Rentenalter tritt (in welchem Kalenderjahr) und wie hoch der persönliche Steuersatz ist.

Denn immerhin muss ab der Auszahlung die Rürup-Rente versteuert werden.

Lassen Sie sich auch bezüglich möglicher Kombiprodukte beraten, wie der Rürup-Rente in Kombination mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Hier können sich steuerliche Vorteile auftun. Sie müssen aber wissen, dass jegliche zusätzlichen Leistungen, also auch der Hinterbliebenenschutz, die spätere Rürup-Rente mehr oder weniger mindern.


Es gibt vielfältige Beratungsangebote zur Rürup-Rente

Lassen Sie sich von neutraler Seite zu den verschiedenen Möglichkeiten und Produkten der Rürup-Rente beraten.

Für den einen ist die fondsgebundene Versicherung vielleicht das perfekte Produkt, für den anderen aber wiederum eher die klassische Versicherung.

Abhängig ist das von den finanziellen Möglichkeiten und davon, wie hoch das Bedürfnis an Sicherheit und Flexibilität ist.

Eine eingehende Beratung kann die Informationen, die von Testanstalten und in Büchern sowie im Netz zu finden sind, ergänzen und so komplettieren, so dass Sie am Ende in der Lage sind zu entscheiden, welches Produkt für Sie am besten geeignet ist.

Interessant kann auch das Beratungsangebot von Versicherungsvertretern sein, die nicht an ein Unternehmen gebunden sind.

Sie vermitteln für verschiedene Anbieter und können so etwas neutraler sein.

Ein Anbieter-Wechsel zur Rürup-Rente sollte vertraglich möglich sein

Wichtig zu bedenken ist auch, dass ein Anbieterwechsel in der Zeit des Ansparens möglich sein sollte.

Denn nur dann steht es Ihnen frei, ob Sie bei dem Anbieter bleiben, bei dem Sie den Vertrag zur Rürup-Rente geschlossen haben, oder ob Sie doch lieber zu einem anderen Anbieter wechseln.

Über solche kleinen Details sollte die Beratung unbedingt aufklären.


Wer schreibt hier?
Bernhard Schaus und ein kleines Team arbeitet an diesem Ratgeber für Selbstständige und Kleinunternehmer seit 2016.
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